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Sportscheck:Kaufen und trainieren

Sportverein Sportspaß

Sportscheck will mit neuen Angeboten Bewegung ins Geschäft bringen.

(Foto: Maurizio Gambarini/dpa)

Die Otto-Tochter erweitert ihre Strategie und beteiligt sich am Hamburger Start-up Fitfox. Künftig will die Handelskette zum Dienstleister für Fitness werden.

Der unter Umsatzeinbußen leidende Sportartikelhändler Sportscheck will sich strategisch neu positionieren. Die Entwicklung soll weg von einem reinen Händler von Sport-Textilen, Schuhen und Equipment gehen hin zu einem Alles-Anbieter für Sportinteressierte. Ziel ist es, Anlaufstelle für Menschen zu werden, die in ihrer Stadt nach Yogakursen suchen, sich in einem Fitnessstudio anmelden oder an einem Stadtlauf teilnehmen wollen. In einem ersten Schritt hat sich Sportscheck, eine Tochter der Otto Group, nun am Hamburger Start-up Fitfox.de beteiligt. Die 2013 gegründete Firma arbeitet in 15 deutschen Städten mit 150 Fitnessstudios zusammen. In den kommenden zwei Jahren will Fitfox deutschlandweit in jeder Stadt mit mehr als 100 000 Einwohnern Fitnessangebote ohne Vertragsbindung anbieten. Mit der Beteiligung von Sportscheck wappnet sich Fitfox zugleich gegen den Rivalen Urban Sports Club, der unter anderem vom Investor Rocket Internet finanziert wird. Wie andere Handelsunternehmen bemüht sich Sportscheck damit, Umsatzrückgänge wettzumachen, indem es das herkömmliche Geschäft online in ein breiteres Angebotsspektrum aus dem gleichen Bereich einbettet. Firmenchef Markus Rech sagt, jetzt würden die Investitionen der vergangenen Wochen und Monate in neue Technologien für den Kunden sichtbar. Als weitere Beispiele nennt er eigene Social-Media-Kanäle nur für Frauen, Micro-Events wie das kostenfreie "Sunrise Yoga" und eine teils magazinartige Optik des Online-Shops. Innerhalb der Geschäftsführung verantwortete Sportscheck-Manager Jan Kegelberg die Beteiligung an Fitfox und damit einen wichtigen Teil der strategischen Neupositionierung. Die Bedeutung von Fitness nehme stark an Bedeutung zu. Deswegen stiegen auch die Umsätze bei Sportscheck in diesem Bereich sukzessive an. "Die Kooperation mit Fitfox ist für uns ein weiterer Schritt, der Treffpunkt für das Erlebnis Sport zu werden". Sportscheck selber ist nach einem Umsatz-Minus von knapp neun Prozent auf 291 Millionen Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr immer noch nicht in Form.

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