Spenden:Spenden im Internet - wie ratsam sind sie?

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Sind Internetplattformen eine gute Alternative?

Auf der Suche nach kleineren sozialen Projekten können sie nützlich sein. Sehr erfolgreich ist in Deutschland die Plattform betterplace.org. Wer Spendengeld braucht, kann auf der Seite dafür Werbung machen. Wer interessiert ist, kann Fragen zum Projekt stellen, es bewerten und direkt dafür spenden. Abgesehen von einem freiwilligen Trinkgeld für die Seitenbetreiber kommt der gesamte Betrag beim jeweiligen Projekt an. Die Organisationen erreichen so viele potenzielle Spender, ohne viel Geld für Werbung auszugeben. Seit der Gründung 2007 wurden schon mehr als 30 Millionen Euro gespendet.

Doch auch hier sollte man vorsichtig sein: "Bevor man auf der Plattform Geld spendet, sollte man sich auf jeden Fall informieren", sagt Björn Lampe, Vorstand von betterplace.org. Das Team sortiert aber vorab viele Projekte aus: Nur 30 Prozent aller Initiativen, die auf betterplace.org um Spenden werben wollen, werden angenommen. Organisationen komplett zu prüfen kann sich die Plattform aber nicht leisten - dafür sollen die Bewertungen der übrigen Nutzer dabei helfen, ein Projekt einzuschätzen.

Ist es besser, regelmäßig statt immer mal wieder zu spenden?

Eine regelmäßige Spende hat viele Vorteile: Fördermitglieder sichern langfristige Projekte und vereinfachen die finanzielle Planung. Wer auf regelmäßige Unterstützer setzen kann, spart außerdem Geld für Werbung und Fundraising, was auch im Interesse des Spenders ist. Verbraucherschützer raten allerdings dazu, entsprechende Förderverträge kritisch zu prüfen: Diese sollten niemals unter Druck unterschrieben werden und sollten jederzeit kündbar sein.

Ab wann ist eine Spende zu niedrig?

Auch kleine Summen könnten viel bewirken: "Letztendlich zählt jeder Euro", sagt Felser vom Spendenrat. Trotzdem kostet jede einzelne Spende auch Geld, es fallen etwa Bankgebühren an, sie muss verbucht werden oder man bekommt ein Dankesschreiben, das verschickt werden muss. Auch deshalb ist es sinnvoller, sich eine Organisation für seine Spende zu suchen anstatt sein Spendengeld zu streuen.

Lampe von betterplace.org schätzt, dass eine Spende erst ab zehn Euro sinnvoll ist. Doch auch das hängt von der Organisationsstruktur ab: Das World Food Programme bietet beispielsweise die Smartphone-App "Share The Meal" an, über die man einem Kind das Essen für 40 Cent bezahlen kann. Hier kommen die gesamten 40 Cent ohne Abzüge bei den Kindern an - aber auch nur, weil das World Food Programme sämtliche Verwaltungskosten trägt.

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