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Sexvideo-Plattform:Stellungswechsel bei YouPorn

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Screenshot von Fabian Thylmanns Aushängeschild YouPorn

(Foto: Screenshot: YouPorn)

Manwin-Chef Fabian Thylmann verlässt den Erotik-Giganten. Jetzt spekuliert die Branche, warum er so plötzlich alle Anteile verkauft.

Fabian Thylmann, Herrscher über den Internet-Erotik-Giganten Manwin, verkauft seine kompletten Anteile an der Unternehmensgruppe. Das berichtet das amerikanische Branchenmagazin Xbiz. Zu Manwin gehören Porno-Websites wie YouPorn, Pornhub und MyDirtyHobby.

Xbiz zitiert aus einem Brief, den Thylmann an die Mitarbeiter von Manwin geschrieben hat. Die Entscheidung "war einer der härtesten Schritte im Leben von mir und meiner Frau", schreibt er dort. Mit "traurigem Herzen" müsse er bekannt geben, dass er Manwin an das Top-Management des Konzerns verkaufen werde.

Über Hintergründe des Deals wird spekuliert

Die Namen dieser Spitzenmanager und zukünftigen Eigentümer sind bislang unbekannt. Branchenkenner schreiben allerdings, dass es sich um Feras Antoon und David Tassilo handeln soll, die am Standort Montreal sitzen, wo auch der größte Teil der Manwin-Mitarbeiter tätig sind. Antoon hatte Thylmann bereits im Dezember, als er mehrere Tage in Untersuchungshaft verbrachte, als Geschäftsführer der Manwin Holding Sarl abgelöst. Die Dachholding von Manwin ist in Luxemburg gemeldet.

Thylmann blieb der alleinige Eigentümer - bis jetzt. Branchen-Experte Mike South schreibt in seinem Blog, dass mehrere Informanten ihm gegenüber von einem Kaufpreis von 100 Millionen Dollar (etwa 73 Millionen Euro) gesprochen hätten. Außerdem gebe es eine "Notiz über weitere 200 Millionen". Ob Thylmann diese Summe einfach nicht habe ausschlagen können oder ob auf ihn Druck ausgeübt worden ist, ist nicht bekannt.

Pornokönig in Gestalt eines Computerfreaks

Der gebürtige Aachener schrieb mit 18 Jahren seine ersten Computerprogramme. In einem Alter, in dem andere ihr Studium beenden, hatte Thylmann bereits pornografische Internetseiten erworben. Der 35-Jährige erinnert mit Brille, Kapuzenjacke und seinem massigen Körper zwar eher an einen Computerfreak als an einen Pornokönig. Dabei ist er der größte, den es je gab: Ein deutscher Multimillionär, der die Branche auf der gesamten Welt verändert hat, indem er ein völlig neues Geschäftsmodell geschaffen hat.

Auf den Webseiten des Manwin-Imperiums können sich Nutzer kostenlos pornografische Inhalte anschauen. Viele dieser Seiten gehören zu den 100 am häufigsten besuchten Internetangebote der Welt. Sie werden öfter besucht als beispielsweise die New York Times, sie spielen in einer Liga mit Facebook, Google und Twitter.

Abschied vom Erfolg - vorerst

Thylmanns steile Karriere endete, als im Dezember 2012 die Steuerfahndung seine Villa in einem Vorort von Brüssel sowie die Manwin-Büros in Hamburg durchsuchen ließen. Der Verdacht: Sein Imperium habe massiv Steuern hinterzogen. Thylmann verbrachte einige Tage in Untersuchungshaft und kam erst gegen die Zahlung einer zweistelligen Millionenkaution wieder auf freien Fuß.

Gleich zwei deutsche Staatsanwaltschaften ermitteln nach wie vor gegen den Unternehmer. Nicht nur wegen Steuerhinterziehung, sondern auch wegen des Verdachts auf Verbreitung von Pornografie mit Minderjährigen.

Seine alte E-Mail-Adresse bei Manwin wolle Thylmann vorerst behalten, schreibt er in seinem Abschiedsbrief an die Mitarbeiter. Denn: "Ich hoffe, ich habe euch allen und dem Management die richtigen Werte beigebracht, um den Konzern auf die bestmögliche Weise fortzuführen. Wer weiß, vielleicht werden sich unsere Wege in den nächsten Jahren wieder kreuzen."