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Schleusenanlage:Panama im Streit um Kanalkosten kompromissbereit

Zahlt Panama nicht, wird nicht weitergearbeitet - damit hatten die Baufirmen am Panama-Kanal gedroht. Nun ist das zentralamerikanische Land auf die Konzerne zugegangen. Es geht um eine Milliardensumme.

Nach der Androhung eines Baustopps im Streit um Mehrkosten bei der Modernisierung des Panama-Kanals haben die Behörden des Landes Zahlungsbereitschaft signalisiert. Wenn sich herausstelle, dass die von dem Baukonsortium geforderte Summe "akzeptabel" sei, werde Panama zahlen, sagte der Leiter der Kanalverwaltung, Jorge Quijano, am Donnerstag dem Sender Radio Panama.

Der Vertrag zwischen Kanalverwaltung und dem Konsortium Grupo Unido por el Canal (GUPC) sehe verschiedene Instanzen vor, die Streitigkeiten klären könnten. Sollten diese der geforderten Geldsumme zustimmen, "werden wir zahlen", sagte Quijano. Sollten sich die Instanzen jedoch zugunsten der Kanalverwaltung äußern, "hoffen wir, dass die andere Seite sich auch an die Spielregeln hält" und deren Entscheidung akzeptiere, fügte er hinzu.

Das Konsortium um den spanischen Baukonzern Sacyr hatte am Donnerstag mit dem Stopp der Arbeiten zur Modernisierung des Kanals gedroht. Sollte die Kanalverwaltung nicht binnen drei Wochen 1,6 Milliarden Dollar (rund 1,1 Milliarden Euro) zahlen, die an Mehrkosten aufgelaufen seien, werde das Konsortium die Arbeiten aussetzen.

Nach Angaben der Kanalverwaltung verschoben sich die Arbeiten gleich zu Beginn um vier Monate, weil das Konsortium minderwertigen Zement habe verwenden wollen. Sacyr erklärte am Donnerstag, Grund für die Verzögerung seien "unvorhersehbare" Vorkommnisse, welche die Verwaltung zu verantworten habe.

Der 1914 eröffnete Panama-Kanal verbindet Pazifik und Atlantik und macht auf diese Weise für Schiffe den teuren und schwierigen Weg um das Kap Hoorn an der Südspitze Amerikas überflüssig. Das Konsortium baut eine dritte Schleusen-Anlage, die auch den größten neuen Frachtern, Kreuzfahrtschiffen und Supertankern ausreichend Platz für eine Durchfahrt durch den Kanal bieten soll.

Die Arbeiten sollten eigentlich bis zum 100. Geburtstag in diesem Jahr abgeschlossen sein. Derzeit rechnen die Baufirmen allerdings mit einer Fertigstellung erst im Juni 2015 - neun Monate nach dem im Vertrag genannten Datum. Zu dem Konsortium gehören unter anderem Impregilo aus Italien, Jan de Nul aus Belgien und Constructora Urbana aus Panama.

© Süddeutsche.de/AFP/sana/mahu
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