RWE Terium beruhigt

Der Chef des kriselnden Energiekonzerns hält die Sorge über eine mangelhafte Risikovorsorge für übertrieben. Das kommt bei Anlegern gut an.

RWE -Chef Peter Terium will sich von dem Einbruch des Aktienkurses bei dem kriselnden Energiekonzern nicht beirren lassen. "Der Zug fährt in die richtige Richtung. Wir müssen nur sehen, dass die politischen Risiken das Ganze nicht überschatten", sagte Terium am Mittwoch am Rande einer Konferenz in Düsseldorf. Der Verfall des Aktienkurses sei zwar "absolut dramatisch". Die gegenwärtigen Notierungen spiegelten aber nicht den Wert des Unternehmens wider. "Der Markt hat recht, leider übertreibt er manchmal." Die Risiken, etwa durch den Stresstest der Regierung zu den AKW-Rückstellungen, würden übertrieben.

Die RWE-Aktie hat seit Jahresbeginn rund 60 Prozent an Wert verloren. In der vergangenen Woche waren die Kurse von RWE und des Konkurrenten Eon an einem Tag um bis zu 13 Prozent gefallen. Zuvor hatte es Berichte gegeben, wonach die Rückstellungen der vier AKW-Betreiber in Deutschland - RWE, Eon, EnBW und Vattenfall - um 30 Milliarden Euro zu niedrig seien. Die Regierung hat angekündigt, die Ergebnisse der Untersuchung von Wirtschaftsprüfern im Herbst vorzulegen. Wann genau ist offen.

Die Bilanzen von RWE würden seit Jahren von renommierten Wirtschaftsprüfern überprüft. "Ich glaube nicht, dass da irgendetwas Neues oder anderes bei rauskommt", sagte Terium nun. Auf die Frage, ob er sich Sorgen über das Ergebnis der Untersuchung mache, sagte er: "Sorgen machen wir uns immer. Schauen Sie mal, was passiert ist in den letzten Jahren in unserem Geschäft. Unbesorgt schlafen zu gehen, wäre nicht die richtige Grundhaltung." Er sei aber zuversichtlich, dass die Zahlen in den Bilanzen korrekt seien.

Den Anlegern gefiel das: Die RWE-Aktie legte nach den Äußerungen zeitweise um fast sechs Prozent zu.

Terium will RWE aus eigener Kraft voranbringen. Eine Fusion mit einem anderen Versorger will er zwar nicht für alle Zeit ausschließen. "Ein Zusammenschluss ist für mich aktuell nicht absehbar", betonte er jedoch. Von den gegenwärtigen politischen Risiken wären im Zweifelsfall auch ausländische Versorger betroffen. RWE werde weiter neue Geschäfte erschließen, etwa in der dezentralen Energieversorgung oder der Digitalisierung moderner Haustechnik. Verkäufe seien nach der Veräußerung der Öl- und Gasfördertochter RWE Dea nicht geplant.