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Rechtsstreit zwischen Swatch und Juwelier-Kette:"Katerfrühstück bei Tiffany"

Was als unternehmerisches Liebesspiel begann, entwickelt sich zu einem milliardenschweren Rechtsstreit. Nach der Schadensersatzklage von Swatch gegen Tiffany holt der Nobeljuwelier zum Gegenschlag aus - und verlangt seinerseits eine Entschädigung von den Schweizern.

Gemeinsam wollten Tiffany und Swatch den Markt erobern, als der renommierte US-Schmuckhändler und der weltgrößte Uhrenkonzern 2008 die Uhrenmarke "Tiffany & Co" herausbrachten. Die Idee: Von Swatch hergestellte Uhren im mittleren Preissegment, die in Swatch- und Tiffany-Geschäften aber auch über Dritthändler vertrieben werden sollten. So weit der Plan.

Stilikonen

Weltruhm erlangte Tiffany durch den oscarprämierten Film "Frühstück bei Tiffany" mit Audrey Hepburn.

(Foto: Getty Images)

Etwas mehr als drei Jahre später überziehen sich die beiden ehemaligen Partner nun gegenseitig mit hohen Schadensersatzforderungen. Das New Yorker Traditionshaus Tiffany verklagt Swatch aktuell auf 542 Millionen Franken (588 Millionen Dollar).

Damit reagiert das Unternehmen auf einen Rechtsstreit, der eigentlich von den Schweizern angestoßen wurde: Swatch hatte Tiffany nach der Kündigung langfristiger Verträge über die Zusammenarbeits Ende 2011 auf 3,8 Milliarden Franken Schadenersatz verklagt. Swatch erklärte nun, die Gegenforderung Tiffanys entbehre jeglicher faktischen oder rechtlichen Grundlage.

Die Schweizer waren im vergangenen September aus der Kooperation ausgestiegen, nachdem sie sich wiederholt negativ zu der Zusammenarbeit geäußert hatten. Swatch wirft Tiffany eine systematische Blockade und Verzögerung des gemeinsamen Geschäfts vor. Der Uhrenhersteller begründet die enorme Schadensersatzforderung mit entgangenen Gewinnen und Millioneninvestitionen, die für die Kooperation mit Tiffany getätigt wurden.

Schon 1837 wurde der Nobeljuwelier mit der berühmten Filiale in der Fifth Avenue in Manhattan gegründet, Weltruhm erlangte das Unternehmen aber erst durch den oscarprämierten Film mit Audrey Hepburn in den 1960er Jahren. "Katerfrühstück bei Tiffany" kommentierten Analysten der Zürcher Kantonalbank (ZKB) daher - wenn überhaupt, dann dürfte Swatch Geld von Tiffany erhalten, glauben sie.