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Raumfahrt:OHB baut kleine Rakete

Der Satellitenhersteller OHB entwickelt eine Rakete für kleine Nutzlasten und plant den Erstflug bereits für übernächstes Jahr. Vorstandschef Marco Fuchs sagte der Agentur Bloomberg, dass ein Team mit 35 Mitarbeitern unter dem Namen "Rocket Factory Augsburg GmbH" einen sogenannten "Mini-Launcher" entwickelt. Die Rakete solle kleine Nutzlasten in den Orbit bringen und einen "konsequenten Low-Cost-Ansatz" verfolgen. Der erste Start sei für Ende 2021 geplant. Wesentliche Teile des Launchers seien entwickelt und erfolgreich getestet worden.

"Eine eigene Rakete ist für OHB ein folgerichtiger Schritt", sagte Fuchs. "Wir werden da erst einmal unser eigener Kunde sein und eigene Satelliten in den Orbit bringen." Der Raketenbau ist für OHB allerdings kein Neuland. Die Augsburger OHB-Tochter MT Aerospace ist am Bau der europäischen Trägerrakete Ariane beteiligt und stellt unter anderem Tanks dafür her.

OHB selbst hat sich hauptsächlich als Hersteller von Satelliten einen Namen gemacht. So hat das börsennotierte Familienunternehmen aus Bremen bisher 22 Satelliten des europäischen Navigationssystems Galileo gebaut und hat den Auftrag für zwölf weitere Einheiten. OHB entwickelt auch kleine Satelliten bis 700 Kilogramm für Telekommunikation oder Erdbeobachtung. Gerade in dieser Gewichtsklasse sieht das Unternehmen in den nächsten Jahren ein stark wachsendes Marktpotenzial. Weltweit beschäftigen sich rund 100 Start-ups mit Kleinraketen, darunter in Deutschland Isar Aerospace und Hyimpulse.