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Raumfahrt:Da bläst es!

Hyimpulse

Im Wettbewerb um den ersten deutschen Microlauncher hat das Start-up Hyimpulse in Lampoldshausen ein Triebwerk in Originalgröße gezündet.

(Foto: Hyimpulse/oh)

Das Start-up Hyimpulse testet erstmals sein Triebwerk, mit dem es bald Kleinraketen starten will.

Der Wettbewerb zwischen den deutschen Start-ups, die kommerzielle Kleinraketen bauen wollen, nimmt Fahrt auf. Isar Aerospace hat gerade seine Fabrik in Ottobrunn bei München in Betrieb genommen, und Hyimpulse Technologies zündet auf dem Triebwerkstestgelände des Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Lampoldshausen erstmals sein Triebwerk mit 75 Kilonewton Leistung. Im Frühjahr wollen die Gründer damit eine Höhenforschungsrakete starten, Ende 2022 dann ihre dreistufige Trägerrakete Small Launcher 1. Die SL1 wird unter anderem mit zwölf solcher Triebwerke betrieben, in denen 7,5 Tonnen Paraffin in Kombination mit flüssigem Sauerstoff verfeuert werden. Dieser Treibstoff erziele dieselbe Leistung wie flüssige Brennstoffe auf Kohlenwasserstoffbasis, meldet Hyimpulse, "bei erheblich vereinfachtem Antriebssystem und zu einem Bruchteil der Kosten eines Flüssigraketensystems". Dies sei der "größte Hybridraketenmotor, welcher jemals in Europa gebaut und getestet wurde". Die Baden-Württemberger können bis zu 500 Kilogramm schwere Satelliten in den niedrigen Erdorbit befördern. Dritter im Bunde ist die OHB-Tochter Rocket Factory Augsburg, die ihre Rakete 2021 starten will. Alle drei sind in der Hauptrunde des DLR-Microlauncher-Wettbewerbs, zwei sollen mit jeweils elf Millionen Euro gefördert werden.

© SZ vom 23.09.2020 / ds

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