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Rangliste der Konjunktur-Prognosen:Wer 2013 richtig lag

Börse Frankfurt/Main

Der Blick in die wirtschaftliche Zukunft: Konjunkturexperten lagen 2013 mit ihren Prognosen meist richtig.

(Foto: dpa)

Mehr als Kaffeesatz-Leserei und Blick in die Glaskugel: Mit ihren Prognosen für 2013 lagen viele Konjunkturexperten besser, als Spötter argwöhnen. Am besten vorhergesagt hat die Entwicklung der deutschen Wirtschaft die DZ Bank, weiter unten im Ranking rangieren Ifo-Institut und der Internationale Währungsfonds.

Vor einem Jahr galt als ausgemacht, dass die deutsche Wirtschaft ganz und gar unbeschadet durch die Euro-Krise kommen würde - das war die Krise der Anderen. Im Rückblick auf das nunmehr ablaufende Jahr zeigt sich, wie gewagt die Zuversicht gewesen ist. Die deutsche Wirtschaft kam nur knapp an einer Rezession vorbei und wird 2013 am Ende um höchstens 0,5 Prozent noch gewachsen sein. Das kommt einer Stagnation gleich.

Nur wenige Konjunkturexperten ahnten schon vor zwölf Monaten, wie lang das Kriseln und die Rezession der Anderen noch ins Jahr 2013 hinein nachwirken würden - und wie stark dies auch die deutsche Wirtschaft treffen würde. Die beste Vorhersage dazu lieferten die Experten der Frankfurter DZ Bank um Chefökonom Stefan Bielmeier, knapp gefolgt von Jürgen Michels von der Citigroup. Beide prophezeiten schon vergangenen Dezember, dass die deutsche Wirtschaft der Krise nicht mehr so problemlos widerstehen wird.

Mit verhaltenen Prognosen auf der sicheren Seite

Klar: Kein einziger Konjunkturexperte hatte Ende 2012 erwartet, dass Deutschland plötzlich boomen würde. Damit lagen die Prognosen allesamt näher an der Wirklichkeit, als es der gängige Spott über die Ökonomenzunft vermuten ließe; und nur drei von 46 Experten erwarteten überhaupt mehr als ein mageres Prozent Wachstum. Selbst diese Volkswirte lagen nicht so enorm weit von der Wirklichkeit entfernt.

Viele erwarteten damals allerdings, dass die Euro-Notrettung durch die Europäischen Zentralbank vom Spätsommer 2012 nicht nur die Finanzmärkte beruhigen würde, sondern bald auch für neue Export- und Investitionsschübe sorgen würde.

Andere Optimisten beschworen - wie etwa Carsten-Patrick Meier von Kiel Economics - damals die vermeintlich magische Wirkung niedriger Zinsen auf alle diejenigen, die Geld jetzt billig aufnehmen und damit Investitionen in neue Fabriken, Büros und Arbeitsplätze tätigen würden.

Exporteure in der Krise

Von wegen. Bis ins Frühjahr 2013 folgten erst einmal neue Ernüchterungen. Deutschlands ach so starker Export kriselte plötzlich, und die Unternehmen kappten ihre Investitionsbudgets, statt sie mit billigem Geld auszuweiten. Zwar hatten sich die Märkte nach der Intervention von EZB-Chef Mario Draghi beruhigt, nur wirkten nun die heftigen Kürzungen und Steuererhöhungen in den Krisenländern noch stark dämpfend auf die Konjunktur - und die Nachfrage nach deutschen Exportprodukten in ganz Europa. In den Vereinigten Staaten hatte der Stopp von Ausgaben, der im Januar automatisch eingesetzt hatte, ähnlich zweifelhafte wirtschaftliche Wirkung.

Immerhin 17 der geprüften Prognostiker erwarteten vor einem Jahr, dass das Wirtschaftswachstum wegen all dieser Einflüsse am Ende höchstens 0,5 Prozent erreichen würde, darunter auch die Experten des damaligen Wirtschaftsministers Phillip Rösler. Kein einziger rechnete mit weniger als 0,3 Prozent. Zu Recht. Ganz so schlimm sollte es nicht kommen. Die Erholung kam später.