Plan W:Ise Bosch - geboren mit einer Million Mark auf dem Konto

Lesezeit: 1 min

Ise Bosch in Plan W

Ise Bosch im Gespräch

(Foto: SZ / Kathrin Spirk)

Die Enkelin von Unternehmer Robert Bosch entspricht trotzdem nicht dem Stereotyp einer reichen Frau. Warum sie Statussymbole ablehnt - und ein Netzwerk für Erbinnen gründete.

Von Susanne Klingner

Ise Bosch hatte schon zur Geburt eine Million Mark auf einem Treuhandkonto liegen. Die Frage, wie man sinnvoll mit seinem Erbe umgehen kann, begleitet die Enkelin des Unternehmensgründers Robert Bosch schon sehr lang. Sie entspricht allerdings so gar nicht dem Stereotyp einer reichen Frau. Ise Bosch kam 1964 auf die Welt. Sie wuchs in Stuttgart mit fünf Geschwistern auf und wurde von ihren Eltern "schlicht-bildungsbürgerlich" erzogen, wie sie es selbst beschreibt. Bosch studierte Geschichte und Jazz. Heute lebt sie in Norddeutschland in einer ausgebauten Scheune mit Garten.

Es sind Themen wie Nachhaltigkeit, Teilhabe, sinnvolles Investment, denen Bosch sich verschrieben hat. Ihr Geld liegt in der gemeinnützigen GmbH Dreilinden und in Filia, einer Stiftung, die Mädchen- und Frauenprojekte fördert. Außerdem spendet sie seit den Neunzigerjahren gezielt für Menschenrechte sowie die Gleichstellung von Frauen und sexuellen Minderheiten. 2007 veröffentlichte sie den Ratgeber "Besser spenden!".

"Was soll ich mit irgendwelchen Statussymbolen?"

"Bei uns hat ja schon der Großvater angefangen mit dem Stiften", erklärt Bosch im Gespräch mit "Plan W". "Er wollte an gewissen Dingen nichts verdient haben. Für mich ist es einfach normal, so bodenständig zu leben. Was soll ich mit irgendwelchen Statussymbolen?", sagt sie.

Als Ise Bosch immer mehr Frauen traf, die sich fragten, wie sie das geerbte Familiengeld sinnvoll anlegen und vor allem investieren könnten, gründete sie das Erbinnen-Netzwerk Pecunia mit.

"Ich empfinde mein Erbe als Grundausstattung, die ich Leuten, die so von innen heraus motiviert sind wie ich, genauso wünsche. Weil ich das für sehr effizient halte, wenn man nichts anderes tun muss als das, was man kann oder möchte", sagt Bosch.

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