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Nord Stream 2:Uniper glaubt an  Ostsee-Pipeline

Der Energiekonzern Uniper rechnet damit, dass die Politik den Streit um die russisch-europäische Gaspipeline Nord Stream 2 noch beilegen wird. Die Verlegearbeiten seien fast abgeschlossen, sagte Uniper-Chef Andreas Schierenbeck am Donnerstag in einer Investorenkonferenz. Er gehe davon aus, dass Nord Stream 2 fertiggestellt werde. Die frühere Eon-Tochter Uniper ist einer von fünf Co-Finanzierern der Leitung, die große Mengen Erdgas von Russland durch die Ostsee nach Deutschland transportieren soll. Uniper hat der Projektgesellschaft etwa 950 Millionen Euro geliehen - in Erwartung von Zinsen und Tilgung, versteht sich. Vor allem die USA kritisieren, dass Europa mit Nord Stream 2 zu abhängig von Russland würde; zudem wollen die USA selbst mehr Gas nach Europa exportieren. Da Uniper die Pipeline mitfinanziert, bestehe ein Ausfallrisiko der Forderungen gegenüber der Projektgesellschaft, konstatiert das Unternehmen in seinem jüngsten Risikobericht, "insbesondere im Falle eines nicht erfolgreichen Projektabschlusses." Das Risiko bestehe wesentlich darin, dass die USA bereits in der Vergangenheit Sanktionen gegen einzelne Beteiligte verhängt hat und weitere Sanktionen androhen könnte.

© SZ vom 05.03.2021 / SZ, Reuters
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