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Namenswechsel:Aus Daewoo wird Chevrolet

Neun Jahre nach der Einführung der südkoreanischen Automarke Daewoo in Europa soll der Name nun offenbar wieder verschwinden.

Nach Informationen des Handelsblattes will US-Eigner General Motors (GM) Daewoo ab 2005 durch die Marke Chevrolet ersetzen. Der Konzern wolle dies offiziell auf dem Pariser Autosalon im September verkünden.

GM wolle Chevrolet zur Weltmarke ausbauen, lediglich in Asien solle Daewoo erhalten bleiben, berichtete das Blatt weiter. Die Streichung des Namens gehöre zum Umbauplan des neuen GM-Europa-Chefs Fritz Henderson und seinem Vize, Ex-Opel-Boss Carl-Peter Forster, die das defizitäre Europa-Geschäft zurück in die schwarzen Zahlen bringen müssen.

In Osteuropa bereits gängige Praxis

In Osteuropa werden die Autos dem Bericht zufolge zum Teil heute schon erfolgreich unter der US-Marke angeboten, um sich von der Daewoo-Produktion der polnischen und rumänischen Werke abzugrenzen, an denen GM nicht beteiligt ist.

Ein Sprecher von GM Europa in Zürich wollte die Angaben laut "Handelsblatt" nicht kommentieren. Auch Daewoo Deutschland wollte sich auf Anfrage nicht äußern.

General Motors war im Frühjahr 2002 nach einem monatelangen Übernahmekrimi mit 42 Prozent bei dem angeschlagenen südkoreanischen Konkurrenten Daewoo Motor eingestiegen und hält derzeit 44,6 Prozent.

Zusammenarbeit zunächst aufgekündigt

Daewoo Motor hatte 1992 nach Streitigkeiten über die Expansionspläne der Koreaner die Zusammenarbeit mit GM zunächst aufgekündigt, musste aber 1999 angesichts von Milliardenschulden Insolvenz anmelden.

GM Daewoo setzte in ersten Halbjahr 2004 nach eigenen Angaben insgesamt 429.883 Autos ab. Davon gingen 378.262 in den Export, ein Plus von 152,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. In Deutschland stieg der Absatz nach Angaben von Lattewitz im ersten Halbjahr um 72 Prozent auf 8086 Fahrzeuge. 2003 wurden insgesamt 12.800 Auto (plus 158 Prozent) in Deutschland abgesetzt.