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MAN:Verkauf des Werks in Steyr

Nach einem monatelangen Tauziehen um die Schließung des MAN-Werks im österreichischen Steyr kommt nun doch der Investor Siegfried Wolf zum Zug. Der MAN-Vorstand habe dem Verkauf am Mittwochabend zugestimmt, die Unterschrift unter den Vertrag und die Zustimmung des Aufsichtsrats seien erfolgt, erklärte MAN-Vorstandschef Andreas Trostmann. Der Verkauf an Wolf war nach Worten des MAN-Chefs die einzige tragfähige Alternative zur Schließung. Bis heute hätten keine weiteren Kaufinteressenten schlüssige Angebote vorgelegt. "Damit das gelingen konnte, mussten beide Seiten aufeinander zugehen", sagte Trostmann. Der frühere Magna-Chef Wolf hatte bereits im März ein Konzept vorgelegt, das aber von der Belegschaft abgelehnt worden war. Erst vor wenigen Tagen haben die Parteien laut MAN erneut Gespräche aufgenommen.

Wolf übernimmt eigenen Angaben zufolge 1250 Mitarbeiter und sämtliche Lehrlinge. Die maximale Lohnreduktion sei mit minus 15 Prozent vom Nettobezug festgelegt worden. Bis Anfang 2023 würden zunächst im Auftrag von MAN Lkws und Lkw-Komponenten produziert werden. Parallel dazu sollen neue Fertigungen aufgebaut werden, von denen von 2023 an sieben neue Nutzfahrzeugtypen unter der Marke "Steyr" für den Export auf den Weltmarkt vom Band laufen sollen, teilte der Investor mit. Konzernbetriebsratschef Saki Stimoniaris sprach nun von einer "sehr guten Lösung". Die zur VW-Nutzfahrzeugholding Traton gehörende MAN wollte das Werk in Steyr mit rund 2300 Beschäftigten eigentlich bis Ende 2022 schließen. In Österreich sorgte das bis auf hohe politische Ebenen für Proteste.

© SZ vom 11.06.2021 / Reuters
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