Libor-Skandal:Früherer Händler verklagt Deutsche Bank

Nach seinem Freispruch im Libor-Skandal hat ein ehemaliger Händler der Deutschen Bank seinen früheren Arbeitgeber auf 150 Millionen Dollar Schadenersatz verklagt. Die Bank habe ihn zum Sündenbock im Zinsmanipulationsskandal gemacht, um ihre Führungskräfte zu schützen, heißt es in der Klageschrift, die er bei einem New Yorker Gericht einreichte. Die Bank habe vor dem US-Justizministerium falsche Behauptungen aufgestellt, damit der Trader vor Gericht komme, heißt es in der Klageschrift. Die Deutsche Bank erklärte, sie werde sich mit Nachdruck gegen diese Anschuldigungen wehren. Der Trader, der seit 2008 nicht mehr bei der Deutschen Bank arbeitet, wurde 2016 von einem New Yorker Gericht wegen der Manipulation des Referenzzinssatzes Libor schuldig gesprochen. Laut Urteil sollen er und ein weiterer Händler aus London sich zwischen 2005 und 2011 mit anderen Marktteilnehmern abgesprochen haben, um den Libor-Satz gesetzeswidrig zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Der Trader legte Rechtsmittel gegen das Urteil ein und wurde im Januar in der folgenden Instanz freigesprochen. In den Libor-Skandal waren weltweit mindestens 16 Geldhäuser verwickelt. Einzelne Händler hatten sich bei der Festsetzung des Zinssatzes abgesprochen, um ihn in die gewünschte Richtung zu lenken und Handelsgewinne einzustreichen. Am Zinssatz London Interbank Offered Rate (Libor) und ähnlichen Referenzsätzen hängen Geschäfte in einem Volumen von vielen hundert Billionen Dollar täglich, wodurch sich schon durch kleine Bewegungen hohe Handelsgewinne erzielen lassen. Viele Banken haben sich mit diversen Behörden bereits auf milliardenschwere Vergleiche geeinigt.

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