Landwirtschaft:EU-Behörde warnt vor gängigem Insektizid

Kirschernte im Alten Land

Landwirte setzen Dimethoat beispielsweise bei der Kirschenernte ein.

(Foto: dpa)
  • Die EU-Lebensmittelbehörde warnt vor dem Insektizid Dimethoat. Das Mittel, das Landwirte zum Schutz von Nutzpflanzen verwenden, könnte womöglich krebserregend sein.
  • Besonders Frankreich ist wegen des Mittels besorgt. Ein auf Dimethoat basierendes Mittel wurde dort bereits verboten.

Ein Insektizid mit dem Namen Dimethoat, das in der Landwirtschaft zum Schutz von Nutzpflanzen eingesetzt wird, kann nach Einschätzung der EU-Lebensmittelbehörde Efsa schädlich für Menschen sein. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass es mögliche langfristige Gesundheitsrisiken für Verbraucher durch Rückstände gebe, teilte die Efsa in einem Bericht mit, der auf Anfrage Frankreichs angefertigt wurde. Dimethoat wird bei verschiedenen Obst- und Gemüsesorten eingesetzt.

Nach Angaben der Efsa haben einige US-Wissenschaftler Hinweise auf ein Krebsrisiko gefunden. Frankreich fordert ein europaweites Verbot von Dimethoat. Das Land ist insbesondere im Hinblick auf die Kirschenernte besorgt. Das Mittel wird dort zur Bekämpfung von Fruchtfliegen genutzt. Im Februar wurde in Frankreich bereits ein auf Dimethoat basierendes Pestizid verboten. Unter Landwirten sorgte das für Aufruhr, weil sie keine Alternative zu der Substanz zur Hand hatten.

Unter anderem wird Dimethoat vom deutschen Chemiekonzern BASF und von der dänischen Firma Cheminova angeboten. Beide Firmen äußerten sich bislang nicht zu dem Bericht. Ein Sprecher der EU-Kommission sagte, man werde den Bericht lesen und am Freitag mit Experten aus allen 28 Mitgliedsstaaten besprechen.

Streit um Glyphosat

Die nun aufkommende Diskussion erinnert an den Streit um das Pflanzengift Glyphosat, dessen Zulassung in der Europäischen Union verlängert werden soll. Seit Monaten versuchen Kritiker die Neuzulassung zu verhindern. Es ist umstritten, ob Glyphosat gesundheitsschädlich ist. Die WHO stuft das Mittel als "wahrscheinlich krebserregend" ein. Die Efsa hingegen hält das Mittel für "wahrscheinlich nicht krebserregend". Inzwischen fordern laut einer Umfrage 70 Prozent der Deutschen ein Verbot. Die Bundesregierung ist jedoch weiterhin für eine Neuzulassung.

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