Kündigung der Verträge Franchisenehmer wehrt sich gegen Burger King

  • Die Fastfood-Kette Burger King kündigt die Verträge mit ihrem größten deutschen Franchisenehmer Yi-Ko. Der Betrieb in allen 89 Restaurants müsse eingestellt werden.
  • Der Konzern reagiert damit auf schlechte Arbeitsbedingungen in den Betrieben. Vor einigen Monaten hatte es bereits Ärger deshalb gegeben.
  • Der derzeitige Geschäftsführer von Yi-Ko wehrt sich: Er will die Restaurants vorerst geöffnet lassen.

Verträge mit größtem Filial-Partner gekündigt

Der größte deutsche Franchisenehmer Yi-Ko Holding muss den Betrieb in allen 89 Burger-King-Restaurants einstellen, sie werden auch nicht weiter beliefert. Die Verträge für die Filialen würden mit sofortiger Wirkung gekündigt, alle anderen 599 Restauants in Deutschland setzen ihren Betrieb normal fort, heißt es von Burger King.

Die Entscheidung habe der Konzern getroffen, "nachdem sich die Yi-Ko wiederholt nicht an die vertraglich vereinbarten Arbeitsbedingungen für ihre 3000 Restaurant-Mitarbeiter gehalten hat", schreibt Burger King in der Mitteilung. Was mit den Angestellten passiert, ist noch unklar. Falls der Betrieb nicht weiterlaufen kann, muss Yi-Ko wohl Insolvenz beantragen.

Yi-Ko wehrt sich

Der derzeitige Geschäftsführer von Yi-Ko, Dieter Stummel, sagte der dpa, man werde die Restaurants vorerst nicht schließen - zumindest nicht, solange Ware vorhanden sei. Das Handelsblatt zitiert zudem den Rechtsanwalt. Man werde mit einer einstweiligen Verfügung vor Gericht erreichen, dass die Läden erst einmal geöffnet bleiben.

Ex-Geschäftsführer "unkontrollierbar und irrational"

Burger King bezieht sich auf einen Bericht des Enthüllungsjournalisten Günter Wallraff: Vor einigen Monaten sei man über schwerwiegende Missstände in den von Yi-Ko geführten Restaurants informiert worden, schreibt der Konzern. Eigentlich schien es dann so, als hätte sich die Lage bei den umstrittenen Filialen beruhigt: Im Mai dieses Jahres entmachtete die Deutschland-Zentrale von Burger King den Geschäftsführer der Yi-Ko, Ergün Yildiz, nach andauernden Problemen mit Hygiene und Arbeitnehmern und setzte zwei eigene Manager als Geschäftsführer ein.

Sie sollten den Betriebsfrieden wieder herstellen und das Image pflegen: Eine der wesentlichen Aufgaben der Interimsführung sei es, sagte Burger-King-Deutschlandchef Bork damals, "eine maximale Zahl der Gerichtsverfahren schnell und einvernehmlich beizulegen". Dazu sollte eine Transparenz-Offensive zeigen, dass in der Küche alles mit rechten Dingen zugeht - eine Art Burger-TÜV sollte die Qualität von Hack, Semmeln und Gemüse kontrollieren. "Jetzt erst recht!" - das war die Devise von Deutschland-Geschäftsführer Andreas Bork, um die Filialen zu retten und auch das Ansehen von Burger King insgesamt.

Doch die Mühen waren offenbar vergeblich: Im Sommer begann sich der eigentlich abgesetzte Yildiz dann wohl wieder selbst einzumischen - erneut soll es dann Streitereien mit Mitarbietern gegeben haben, etwa um nicht ausgezahlte Zuschläge für Nacht- und Feiertagsarbeit. "Unkontrollierbar und irrational" sei dieser Mann heißt es aus der Burger-King-Zentrale. Und so hat man sich dort eben entschlossen, all die verschiedenen Vorfälle zu einer fristlosen Kündigung zusammenzufassen.

Etwa 700 Restaurants und 25 000 Mitarbeiter

Burger King verteilt für die Restaurants Lizenzen an unabhängige Unternehmer, sogenannte Franchisenehmer. Diese leiten unter Vorgabe bestimmter Vereinbarungen die Restaurants und nutzen dabei das Geschäftskonzept von Burger King. In Deutschland gehörten etwa 700 Restaurants mit insgesamt 25 000 Mitarbeitern dazu.