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Japanischer Technologiekonzern:Toshiba-Chef tritt nach Bilanzskandal zurück

  • Der Vize-Chef des Technologiekonzerns Toshiba tritt zurück.
  • Zuvor kam ein Gutachten zu dem Ergebnis, die Firmenspitze habe wissentlich zu hohe Gewinne ausgewiesen.

Ein Bilanzskandal bei Toshiba hat Konsequenzen für die Spitze des Technologiekonzerns. Der Chef und Präsident Hisao Tanaka trete am Dienstag zurück, teilte Toshiba mit. Der Vize-Vorsitzender im Vorstand, Norio Sasaki, geht ebenfalls. Er werde auch seine Ämter in Regierungsausschüssen niederlegen, hieß es vom Ministerium für Wirtschafts- und Fiskalpolitik in Japan.

Eine Untersuchung hat gezeigt, dass der Konzern mit Wissen der Firmenspitze systematisch zu hohe Gewinne ausgewiesen hat. Der Konzern habe seit Jahren vorsätzlich gehandelt, schrieben unabhängige Gutachter in einem Bericht, der am Montag veröffentlicht wurde.

Im Konzern werde kein Widerspruch geduldet

Es sei daher schwierig für Wirtschaftsprüfer gewesen, die überhöhten Zahlen zu entdecken. Insgesamt gehe es um etwa 150 Milliarden Yen (etwa 1,1 Milliarden Euro), um die der operative Gewinn seit 2008 zu hoch ausgewiesen worden sei. Toshiba hatte zunächst nur von 50 Milliarden Yen gesprochen. Toshiba-Chef Hisao Tanaka und sein Vorgänger, Vize-Verwaltungsratschef Norio Sasaki wussten dem Bericht zufolge davon.

Die Gutachter machen vor allem einen Grund für den Bilanzskandal aus: Die Führungskultur bei Toshiba sei eine, die keinen Widerspruch dulde. Mitarbeiter hätten unter Druck die Bilanzen frisiert, um die Gewinnziele zu erreichen, die das Spitzenmanagement vorgegeben habe.

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