Industrie:Auftragsbücher proppenvoll

Die Auftragsbücher der deutschen Industriebetriebe sind trotz der sich abzeichnenden Rezession so prall gefüllt wie noch nie. Der Bestand an Bestellungen sei im Juli um 0,7 Prozent zum Vormonat gewachsen, teilte das Statistische Bundesamt am Montag mit. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es einen Zuwachs von 12,6 Prozent. "Damit hat der Auftragsbestand des Verarbeitenden Gewerbes einen neuen Höchststand seit Beginn der Erfassung im Jahr 2015 erreicht", betonten die Statistiker, die auch einen Grund für den Auftragsstau nannten: "Neben hohen Energiekosten für die Industriebetriebe führt die anhaltende Knappheit an Vorprodukten nach wie vor zu Problemen beim Abarbeiten der Aufträge." Nun müsse sich aber zeigen, wie viele Kunden am Ende noch zahlungsfähig und -willig seien, sagte LBBW-Ökonom Jens-Oliver Niklasch angesichts der von steigenden Energiepreisen ausgelösten Kostenexplosion für viele Unternehmen. Bislang gebe es zwar noch wenig Hinweise über Stornierungen in der Industrie, dafür aber bereits massive Einbrüche im Wohnungsbau.

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