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Impfstoff-Hersteller:Hacker greifen sich Biontech-Daten

Das Logo der europäischen Arzneimittelbehörde EMA. Ihr liegen die Zulassungsanträge von Biontech/Pfizer und Moderna vor.

(Foto: Lex van Lieshout/AFP)

Von dem Vorfall bei der europäischen Arzneimittelbehörde seien keine Patientendaten betroffen, versichern die Unternehmen.

Bei einem Hackerangriff auf die europäische Arzneimittelbehörde EMA ist nach Angaben von Biontech und Pfizer auf Dokumente zum Coronavirus-Impfstoff der Pharmakonzerne zugegriffen worden. Betroffen seien "einige Dokumente im Zusammenhang mit der Einreichung von Zulassungen für den Covid-19-Impfstoffkandidaten von Pfizer und Biontech, BNT162b2", teilte Biontech mit. Es gebe keine Hinweise darauf, dass Patientendaten betroffen seien. Der Vorfall werde nach Angaben der EMA keine Auswirkung auf die Prüfungsfristen für den Impfstoff haben. Pfizer bestätigte die Angaben. Die EMA hatte den Hackerangriff zuvor bekanntgegeben, ohne zunächst Einzelheiten zu nennen. Sie ist für die Beurteilung und Überwachung von Arzneimitteln zuständig.

Der US-Konzern Moderna, dessen Zulassungsantrag für seinen Impfstoff ebenfalls bei der EMA liegt, teilte mit, man habe keine Nachricht von der Behörde erhalten, dass Daten gehackt worden seien. Man sei in Kontakt und beobachte die Lage, sagte ein Firmensprecher der Nachrichtenagentur Bloomberg. Moderna sei wachsam gegenüber möglichen Cyber-Attacken.

Sowohl der Impfstoff des Duos Biontech/Pfizer als auch der von Moderna basieren auf einer neuen Technologie. Boten-RNA transportiert eine genetische Sequenz des Virus in den Körper und leitet ihn damit an, sich selbst zu wehren. Die Unternehmen haben auch eine Notfallzulassung bei der US-Arzneimittelbehörde FDA beantragt. Diese verweigerte Bloomberg Auskunft darüber, ob sie ebenfalls in jüngster Zeit von Hackern angegriffen worden sei.

Sicherheitsexperten des US-Konzerns IBM machten vor einigen Tagen öffentlich, dass es seit September gezielte Attacken vermutlich regierungsnaher Cyberkrimineller gegen Unternehmen und Behörden gebe, die in die Kühlkette für den Impfstoff involviert sind.

© SZ/Reuters/Bloomberg/etd/sana
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