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Ifo-Geschäftsklimaindex:Stimmung in deutscher Wirtschaft verschlechtert sich deutlich

Es ist der zweite Rückgang in Folge: Der Geschäftsklimaindex ist im April noch weiter gesunken - stärker als vorausgesagt. Ein Grund ist das Chaos in Zypern und Italien.

Die anhaltende Euro-Schuldenkrise drückt weiter auf die Stimmung der deutschen Wirtschaft. Der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel von 106,7 Punkten im März auf 104,4, wie das Münchner Ifo-Institut mitteilte. Dies ist der zweite Rückgang in Folge: Der Ifo-Geschäftsklimaindex war bereits im Vormonat um 0,7 Prozent gesunken - und hatte damit den vorherigen Anstieg beendet.

Das Institut befragt monatlich etwa 7000 Unternehmen aus verschiedenen Branchen, wie die Manager die Aussichten für die kommenden sechs Monate bewerten. Die Prognose fiel schlechter aus: Das Barometer sank auf 101,6 Punkte von 103,6 Zählern. Die derzeitige Lage wurde ebenfalls deutlich schlechter bewertet. Dieser Teil-Index sank auf 107,2 Punkte von 109,9 Zählern.

"Die deutsche Konjunktur legt eine Verschnaufpause ein", erklärte Ifo-Chefvolkswirt Kai Carstensen. Zwar bewerteten die Firmen ihre aktuelle Lage nach wie vor als gut, dennoch herrsche in den Chefetagen mehr Zurückhaltung. "Auch die Erwartungen an den zukünftigen Geschäftsverlauf sind nochmals zurückgenommen worden."

Trotz des Ärgers rund um die Rettung von Zypern, der Regierungskrise in Italien und vieler weiterer ungelöster Probleme in der Euro-Zone hatten Wirtschaftsexperten nur mit einem leichten Rückgang bei dem wichtigsten Stimmungsbarometer der deutschen Wirtschaft gerechnet. Dass es nun doch stärker sinkt als erwartet, bedeutet jedoch erst einmal noch keine Trendwende. Als die gelten derartige Einbrüche erst, wenn das Umfrageergebnis dreimal in Folge schlechter wird. lfo-Forscher Klaus Wohlrabe sagt zu solchen Vorhersagen: "Damit muss man sehr vorsichtig sein." Zum Start ins Jahr seien die Unternehmen schließlich noch optimistisch gewesen.

© Süddeutsche.de/rtr/dpa/jab
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