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Hyperloop:Mit Mach 1 durch die Röhre

Der geplante Hyperloop bewältigt die 650 Kilometer von Los Angeles nach San Francisco in 35 Minuten.

Von Kathrin Werner

Ganz neu ist die Idee nicht. Schon Anfang des 19. Jahrhunderts hat der britische Erfinder George Medhurst darüber geschrieben, Menschen in Kapseln durch Röhren zu schießen. 1870 ging als eines der ersten Systeme der Beach Pneumatic Transit in New York in Betrieb - eigentlich nur zugelassen als unterirdisches Druckluftsystem für den Pakettransport. Heimlich baute der Erfinder Alfred Ely Beach aber eine Kapsel für Fahrgäste. Sie war aber eher eine Kuriosität als ein Verkehrsmittel, die Strecke war nur 95 Meter lang. Für ein größeres Netz fehlte die politische Unterstützung. 1873 schloss die Bahn wieder. Der Hyperloop ist eine Weiterentwicklung. Die Röhre, die das Start-up Hyperloop Transportation Technologies (HTT) plant, soll einen Durchmesser von gut 3,5 Metern haben, die Kapsel etwa 2,70 Meter. Man kann darin stehen und fühlt sich wie in einem kleinen Flugzeug. Alle 40 Sekunden könnte eine Kapsel in die Röhre starten. In jeder wäre Platz für rund 28 Passagiere. Allein in der Business Class könnten so 3300 Leute pro Stunde zwischen Los Angeles und San Francisco reisen, rechnet HTT vor. Die knapp 650 Kilometer lange Fahrt zwischen den Städten bei beinahe Schallgeschwindigkeit dauert gut 35 Minuten. Mehrere Pumpen erzeugen in der geschlossenen Röhre beinahe ein Vakuum. Es entsteht Unterdruck, deshalb ist der Luftwiderstand sehr gering. Man braucht also sehr wenig Energie, um sehr schnell fahren zu können. Die Kapsel bewegt sich mit Magnetkraft, mit passiver Schwebetechnik. Das System benötigt keinen Strom zum Schweben, durch die Bewegung der Magnete über eine laminierte Aluminiumstrecke wird ein magnetisches Feld aufgebaut. Der Hyperloop kommt also ohne Hochstromstationen aus, auch bei Stromausfall schwebt die Kapsel weiter, bis eine bestimmte Geschwindigkeit unterschritten wird. Betonpfeiler sollen Schwankungen ausgleichen, beispielsweise bei einem Erdbeben, wie es besonders in Kalifornien öfter vorkommt.

© SZ vom 18.05.2016
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