In Indien sind Stromausfälle keine Seltenheit. Vor allem in den Sommermonaten kommt es wegen des steigenden Stromverbrauchs oft zu Engpässen. Doch in diesem Jahr legte am 31. Juli ein Blackout den gesamten Norden, Nordosten und Osten lahm. 600 Millionen Menschen waren ohne Strom, das heißt in etwa die Hälfte der gesamten Bevölkerung. In der Hauptstadt Neu-Delhi stand das Leben still, hier behilft sich ein Frisör in Kalkutta mit einer Kerze.

Experten sprachen vom größten Stromausfall seit elf Jahren. Der indische Energieminister Sushilkumar Shind schob die Verantwortung für das Chaos einigen Bundesstaaten zu: Diese hätten mehr Strom abgerufen als ihnen eigentlich zustünde. Indien ist in der Energieversorgung vor allem von Kohle abhängig, die Stromnetze sind veraltet. Schon lange fordert die Industrie die Reform der bestehenden Netze.

Bild: AP 15. November 2012, 15:072012-11-15 15:07:34 © Süddeutsche.de/ratz/jab