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Hapag-Lloyd:Liebäugeln mit dem Festland

Die Containerreederei will mehr tun, als nur Container von Hafen zu Hafen zu transportieren.

Die Containerreederei Hapag-Lloyd kokettiert mit einer Erweiterung ihres Geschäftsmodells. "Vielleicht müssen wir mehr tun, als nur Container von Hafen zu Hafen zu transportieren", sagte Vorstandschef Rolf Habben Jansen am Mittwochabend zu Journalisten. Offenbar prüft die Reederei, ob Inlandstransporte - auf Straße, Schiene oder via Binnenschifffahrt - ein lohnendes Zusatzgeschäft sein könnten. Details nannte Habben Jansen nicht, man wolle sich im Lauf des Jahres dazu äußern. Auch eine Ausweitung der Serviceleistungen für Kunden wird erwogen. Insgesamt präsentierte sich Habben Jansen zuversichtlich. Die Übernahme des arabischen Konkurrenten UASC habe reibungslos geklappt, 2018 werde man nun von Synergieeffekten profitieren. Die Nachfrage nach Schiffstransporten sei gut, auch die Frachtraten stiegen, sagte der Niederländer. Zuletzt waren die Preise für Containertransporte so niedrig, dass viele Anbieter bei jeder Fahrt Verluste erzielten. Als Ursache dafür gelten Überkapazitäten im Markt. Nun seien zwar einige neue Großfrachter in Dienst gestellt worden, die Gefahr erneuter Überkapazitäten sehe er aber nicht, sagte Habben Jansen. "Wahrscheinlich wächst das Angebot in diesem Jahr einen Tick schneller als die Nachfrage, das ist aber kein Problem." In den kommenden beiden Jahren seien bei Hapag-Lloyd keine großen Investitionen in neue Schiffe geplant. Diese Gelegenheit wolle man nutzen, um den Schuldenberg von sieben Milliarden Dollar zu reduzieren.

© SZ vom 19.01.2018
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