Großbritannien:Bye, bye, Top Ten

Großbritannien droht in diesem Jahr erstmals seit 1950 der Abschied aus den Top Ten der wichtigsten deutschen Handelspartner. Im ersten Halbjahr sank der Warenverkehr zwischen beiden Ländern um insgesamt 2,3 Prozent auf 48,3 Milliarden Euro, wie aus Daten des Statistischen Bundesamtes hervorgeht. Damit liegt Großbritannien nur noch auf Rang elf, direkt hinter dem kleineren Tschechien. Seit dem Brexit-Entscheid 2016 verliert das Großbritannien-Geschäft an Gewicht: Damals war das Vereinigte Königreich noch der fünftwichtigste Handelspartner hinter China, Frankreich, den USA und den Niederlanden. "Der Bedeutungsverlust des Vereinigten Königreichs in der Außenhandelsstatistik ist die logische Konsequenz des Brexit", sagte der Präsident des Instituts für Weltwirtschaft (IfW), Gabriel Felbermayr, am Mittwoch zu Reuters. "Das sind vermutlich nachhaltige Effekte." Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) befürchtet, dass die Handelsbeziehungen weiteren Schaden nehmen könnten. "Aus Sicht der deutschen Wirtschaft ist es besorgniserregend, dass das Austrittsabkommen seit dem vollzogenen Brexit durch Großbritannien immer wieder infrage gestellt und teils auch gebrochen wird", sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier.

© SZ vom 09.09.2021 / Reuters
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB