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Glyphosat:Unterstützung für Bayer

Monsanto Wie gefährlich ist Glyphosat wirklich? Video

Unkrautvernichtungsmittel

Wie gefährlich ist Glyphosat wirklich?

Krebserregend oder nicht? Es gibt widersprüchliche Studien zu dem meistverkauften Unkrautvernichtungsmittel. Die Gründe sind für Monsanto wenig schmeichelhaft.

Die US-Umweltbehörde stuft das Pflanzenschutzmittel als nicht krebserregend ein. Sie widerspricht damit mehreren jüngst in den USA gefällten Gerichtsurteilen, die den Chemie- und Pharmakonzern teuer zu stehen kommen.

Die US-Umweltbehörde EPA kommt dem angeschlagenen Bayer-Konzern zur Hilfe und betrachtet das Pflanzengift Glyphosat nicht als krebserregend. Sie widerspricht damit mehreren jüngst in den USA gefällten Gerichtsurteilen. "Die EPA sieht weiterhin keine Risiken für die öffentliche Gesundheit, wenn Glyphosat entsprechend der aktuellen Anweisungen verwendet wird", teilte die Behörde am Dienstag mit und bekräftigte damit frühere Erklärungen. Glyphosat sei kein Karzinogen, hieß es. Zu einem anderen Ergebnis kam dagegen jüngst die US-Behörde für giftige Substanzen und das Seuchenregister (ATSDR). Sie bestätigte in einem Bericht einen Zusammenhang zwischen Glyphosat und Krebs. Die Krebsforscher der WHO stufen den Pflanzenvernichter als wahrscheinlich krebserregend ein. Glyphosat ist weltweit das am häufigsten verwendete Pflanzengift. Bauern versprühen das Mittel auf Feldern mit Sojabohnen oder andere Früchten, die genetisch so verändert sind, dass ihnen das Gift nichts anhaben kann. Auch Privatleute, Städte und, Kommunen nutzen das Mittel, um Unkraut zu vernichten.

Glyphosat ist der Wirkstoff im Pflanzenvernichtungsmittel Roundup der US-Firma Monsanto, die im vergangenen Sommer vom deutschen Bayer-Konzern übernommen wurde. Inzwischen sieht sich Bayer in den USA mit rund 13 400 Klägern konfrontiert, die ihre Krebserkrankung auf das Mittel zurückführen. In zwei Fällen wurde das Unternehmen bereits zu millionenschweren Schadenersatzzahlungen verurteilt. Bayer hat zwar Berufung angekündigt, viele Experten gehen aber letzten Endes von einem teuren Vergleich aus. Manche Analysten prognostizieren dafür Kosten von 15 bis 20 Milliarden Euro.

Nach Einschätzung der Ratingagentur Moody's könnte Bayer einen möglichen Vergleich angesichts der Klagewelle aber nur bis zu einer Höhe von bis zu fünf Milliarden Euro verkraften. Eine Zahlung von 20 Milliarden Euro bei niedrigeren Verkaufseinnahmen dürfte schwer zu verdauen sein. Laut Wirtschaftswoche soll nun eine außerordentliche Aufsichtsratssitzung einberufen werden, die in zwei bis drei Wochen stattfinden werde.

© SZ vom 02.05.2019 / Reuters/SZ

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