bedeckt München 11°

Glyphosat:Richter kritisiert Bayer

Der Bayer-Konzern bekommt bei der angestrebten Einigung im milliardenschweren Glyphosatstreit in den USA erneut Gegenwind. Der zuständige Bundesrichter Vince Chhabria kritisierte in einer Anhörung den Mangel an Fortschritten bei Vergleichsgesprächen und rügte dabei das Leverkusener Unternehmen. Der Richter gibt den Streitparteien nun noch rund einen Monat Zeit. Dann will er entscheiden, ob er die Fortsetzung von Prozessen um angebliche Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter erlaubt, die er wegen der Vergleichsverhandlungen vor Monaten ausgesetzt hatte.

Bayer selbst bleibt zuversichtlich, einen Vergleich schließen zu können. Der Konzern hatte sich eigentlich schon Ende Juni eine Lösung mit einem Deal über fast elf Milliarden Dollar erhofft. Allerdings hatten dem nicht alle Kläger zugestimmt. Zudem störte sich Bundesrichter Chhabria an dem gesonderten Teil der Vereinbarung, der mögliche künftige Fälle abdeckt. Angesichts der Skepsis des Richters zog Bayer den Antrag auf Zustimmung zum Umgang mit möglichen künftigen Fällen zurück. Der Konzern will drohende künftige Fälle mit vom Tisch haben, um das Glyphosat-Thema dauerhaft zu beenden. Ein neuer Vorschlag werde mit den Repräsentanten künftiger Fälle besprochen, hieß es.

© SZ vom 29.08.2020 / dpa

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite