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Familienunternehmen: Maschinenbau:Die kleinen Fabriken des Herrn Soder

Der Antriebshersteller SEW Eurodrive ersetzt große Produktionsanlagen durch schnelle, flexible Einheiten - kreative Zerstörung nennt das Johann Soder.

Elisabeth Dostert

Der Mann ist ohnehin schon lebhaft, aber in "seiner" Fabrik blüht Johann Soder erst richtig auf. Er eilt durch die Gänge, redet, grüßt Mitarbeiter, er bleibt immer wieder vor einer der vielen Anlagen stehen, um mit ausladenden Handbewegungen die Maschinen zu erläutern.

Johann Soder: "Unser Ziel ist es, unseren Arbeitsplatz zu sichern." Am Ende des Jahres wird meist ein erfolgsabhängiger Bonus ausgezahlt.

(Foto: Foto: oh)

Soder ist der für Technik zuständige Geschäftsführer des Familienunternehmens SEW Eurodrive. Die Gruppe ist auf Antriebstechnik spezialisiert. An zwölf Fertigungs- und 63 Montagestandorten beschäftigt der Konzern weltweit etwa 12.000 Menschen.

Das erste Werk im Ausland entstand Anfang der sechziger Jahre im elsässischen Haguenau, dann ging es Schlag auf Schlag. "Lasst uns zu unseren Kunden in die Welt gehen!", zitiert Soder eine der vielen Devisen der Firma. Er hat sie alle verinnerlicht.

Kleine Einheiten arbeiten schneller und flexibler

In Bruchsal, dem Hauptsitz, wird gerade für mehr als 100 Millionen Euro ein Fertigungswerk für große Getriebe gebaut, wie sie zum Beispiel in Kränen stecken. In China entsteht bereits das dritte Werk. Soder sorgt dafür, dass alle Werke weltweit nach den gleichen Produktionsabläufen arbeiten.

Die Fertigung einzelner Komponenten wie Zahnräder, Ritzel oder Gehäuse erfolgt ohne Bestellung; montiert wird hingegen nur, was der Kunde in Auftrag gegeben hat."Der Konkurrenzkampf ist knallhart", sagt Soder angriffslustig. "In wachsenden Märkten mit weitgehend austauschbaren Produkten sind kurze Lieferzeiten ein entscheidender Wettbewerbsvorteil." Außerdem verlangen viele Kunden auf sie zugeschnittene Lösungen.

Auf große Stückzahlen ausgelegte Maschinen helfen da nicht. Deshalb hat Soder damit begonnen, in den alten Werken die Produktion in kleinere, schnellere Einheiten zu zerlegen. Das bedeutet nicht das Ende der Automatisierung - sie wird nur flexibler ausgelegt. In Graben, zwölf Kilometer von Bruchsal, hat die Revolution gerade begonnen. In den beiden Werken dort wird sowohl produziert als auch montiert. Sie werden derzeit auf schlankere und schnellere Produktion umgestellt. Soder zeigt voller Begeisterung vor Ort, wie das läuft.

Lesen Sie weiter: Wie SEW seine Wettbewerbsvorteile nutzt.

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