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Evonik:Wachstum gesucht

Der Essener Chemiekonzern Evonik sucht nach Wachstumsmöglichkeiten. Deshalb kauft der aus dem Bergbauunternehmen Ruhrkohle hervorgegangene Konzern für insgesamt 3,5 Milliarden Euro in den USA ein.

Von Karl-Heinz Büschemann

Der Essener Chemiekonzern Evonik sucht Wachstumsmöglichkeiten. Deshalb kauft der aus dem Bergbauunternehmen Ruhrkohle hervorgegangene Konzern für 3,5 Milliarden Euro einen Teil des Geschäfts des US-Gas- und Chemieunternehmens Air Products und Chemicals. Evonik übernimmt dabei die Produktion sogenannter Spezialadditive, mit denen sich die Essener von ihrem Hauptgeschäft mit Zusätzen für Tierfutter unabhängiger machen wollen. Die Transaktion soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden. "Durch diese Akquisition erweitern wir unser Portfolio um genau die richtigen Märkte, Produkte und Innovationen und investieren weiter in unser Wachstum und unsere Profitabilität", sagt Unternehmenschef Klaus Engel. Der Zukauf in Amerika wird zur Hälfte aus eigenen Mitteln bezahlt.

Evonik hat 2015 mit 33 500 Beschäftigten einen Umsatz von 13,5 Milliarden Euro gemacht und ein Betriebsergebnis von 2,5 Milliarden Euro erzielt. Der Aktienkurs verläuft aber seit dem Börsengang vor drei Jahren unbefriedigend, auch der Umsatz geht zurück. Deshalb erwartet Aufsichtsratschef Werner Müller, der früher einmal Bundeswirtschaftsminister war, vom Management mehr Dynamik. Vorstandschef Engel, 60, dessen Vertrag im Jahr 2018 ausläuft, hat sein Ausscheiden angekündigt. Nachfolger soll Michael Kullmann werden, der im Vorstand von Evonik für Strategie zuständig ist und jetzt vom Aufsichtsrat zum stellvertretenden Vorstandschef befördert wurde. Der Zukauf in Amerika gilt als wesentlicher Beitrag Kullmanns zu diesem Auftrag des Aufsichtsratsvorsitzenden.

© SZ vom 07.05.2016

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