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Europäische Zentralbank:Neue Geldscheine für Europa

Nächstes Jahr werden fälschungssichere 100- und 200-Euro-Noten in Umlauf kommen. Ausgetüftelte Sicherheitsmerkmale werden Betrügern das Leben schwer machen, hoffen Experten.

EZB-Direktor Yves Mersch hat am Montag die neuen 100- und 200-Euro-Scheine vorgestellt. Sie sollen ab 28. Mai 2019 in Umlauf kommen, die alten Scheine werden von den Notenbanken sukzessive ersetzt. Die neue Serie soll Geldfälschern durch neue Sicherheitsmerkmale das Leben schwerer machen. Jetzt ist der Wert der Scheine als "Smaragd-Zahl" aufgedruckt, die ihre Farbe ändert, wenn man die Banknote etwas neigt. Fünfer, Zehner, Zwanziger und Fünfziger sind schon in überarbeiteter Version im Umlauf.

Aktuelles Lexikon: Banknote

Marco Polo, der venezianische Kaufmann, berichtete im Jahr 1276 Unerhörtes: In China gebe der Kaiser Papiere aus, mit denen man bezahlen könne. In Europa zahlte man mit Münzen; Kaufleute gingen mit schweren Kisten auf Reisen. 130 Jahre später aber schafften auch die Chinesen die Banknoten wieder ab. Das Papiergeld war zwar praktisch, aber auch verführerisch: Der Kaiser konnte sehr viel davon herstellen, wenn er mal wieder Geld brauchte - nur waren am Ende die Banknoten wertlos. Erst ab dem 18. Jahrhundert setzten sich deshalb Geldscheine als Zahlungsmittel durch, begleitet von Inflationen, Spekulationen und Fälscherskandalen. Viel mehr noch als Münzen dokumentieren Banknoten, dass jeder Geldverkehr auf dem Vertrauen basiert, dass der Schein den aufgedruckten Wert auch wert ist - selbst heute, wo fast alle wichtigen Geschäfte elektronisch abgewickelt werden. Und weil auch Fälschungen das Vertrauen ins Geld schwächen, wünschen die Notenbanken fälschungssichere Banknoten. Die Europäische Zentralbank hat nun ihre neuen 100- und 200-Euro-Scheine vorgestellt; hält man sie gegen das Licht, erscheint in einem durchsichtigen Fenster ein Porträt der Europa. Das soll erst einmal einer nachmachen. Der 500-Euro-Schein wird abgeschafft - er wurde zu häufig zur Geldwäsche benutzt. Matthias Drobinski

Die Ausgabe des 500-Euro-Scheins soll gegen Ende 2018 eingestellt werden. Die Europäische Zentralbank hofft so, Terrorfinanzierung und Schwarzarbeit besser unterbinden zu können. Die im Umlauf befindlichen 500er bleiben gesetzliches Zahlungsmittel und sind unbegrenzt umtauschbar. Bevor die neuen 100- und 200-Euro-Scheine an Geldautomaten zu haben sind, müssen diese aber entsprechend eingerichtet werden. Mit dem neuen Fünfer hatte es im Mai 2013 anfangs Probleme gegeben: An vielen Automaten in Europa konnten die Verbraucher ihren Fahrschein oder ihr Parkticket nicht bezahlen, weil die Software der Automaten nicht rechtzeitig umgestellt worden war. Das soll sich nicht wiederholen.

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