Euro Weiter nach oben

SZ-Grafik; Quelle: Bloomberg

Die europäische Gemeinschaftswährung profitiert von guten Daten in der EU, und von der eher schlechten Entwicklung in den USA. Die Zinswende wird wohl noch länger auf sich warten lassen, erklärten die Experten der Fed.

Es ist ein kleiner Rekord. Der Euro kostete am Donnerstag bis zu 1,12 US-Dollar, damit stieg die Gemeinschaftswährung auf den höchsten Stand seit Ende Februar. Der Dollar kostete 0,89 Euro.

Wichtigste Gründe dafür sind positive Konjunkturdaten aus dem Währungsraum einerseits und schwächere Zahlen aus den USA andererseits. So scheint sich die konjunkturelle Erholung in Europa zu verfestigen. Die einst stark angeschlagene Wirtschaft Spaniens ist im ersten Quartal so stark gewachsen wie seit gut sieben Jahren nicht mehr. Zudem sind die Verbraucherpreise im Euro-Raum im April nicht mehr gefallen, was die Angst vor einer Deflation dämpft.

In den USA dagegen spürt die Wirtschaft Gegenwind. Im ersten Quartal gab es kaum Wachstum, was die Notenbank Fed von ihrer beabsichtigten Zinswende noch länger abhalten könnte. Die Zahlen zu Arbeitsmarkt, Lohnwachstum und Industriestimmung allerdings überraschten positiv. Der Dollar konnte daraufhin einen Teil seiner Verluste wettmachen.

Statt konkreter Hinweise auf den Zeitpunkt der Zinswende haben sich die Währungshüter nach Ende ihrer zweitägigen Sitzung am Mittwoch von konkreten Zeitangaben verabschiedet. Eine Erhöhung des historisch niedrigen Leitzinses, der seit Ende 2008 zwischen null und 0,25 Prozent liegt, sei erst bei einer "weiteren Verbesserung des Arbeitsmarktes" angemessen, hieß es. Zudem liege die Inflation weiter unter der gesetzten Zielmarke von zwei Prozent.

Der Juni scheint damit als Termin vom Tisch, denn von einer robusten Erholung ist die weltgrößte Volkswirtschaft noch ein gutes Stück entfernt. Im Herbst hatte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwar noch um fünf Prozent zugelegt, doch im vierten Quartal sackte das Wachstum wieder auf 2,2 Prozent ab. "Das wirtschaftliche Wachstum hat sich in den Wintermonaten verlangsamt", heißt es auch in der Fed-Mitteilung. Der strenge Winter und der starke Dollar sorgten für weitere Rückschläge in den USA: Das Wachstum von 0,2 Prozent im ersten Quartal dieses Jahres kommt praktisch einem Stillstand gleich.