Erneute Panne beim Dreamliner Boeing warnt vor vereisenden Triebwerken

Pannen ohne Ende: Das Boeing-Modell 787 Dreamliner bringt den US-Flugzeugbauer schon wieder in Verlegenheit.

Der US-Flugzeugbauer Boeing muss erneut eine Panne verkraften: Die Triebwerke seines Flaggschiffs "Dreamliner" können vereisen, wenn sie in die Nähe von Gewitterwolken kommen. Einige Kunden wollen ihre Dreamliner jetzt aus dem Flugverkehr ziehen.

Die Pannenserie beim Boeing-Hoffnungsträger 787 Dreamliner reißt nicht ab. Der US-Flugzeugbauer warnte am Samstag gemeinsam mit dem Industriekonzern General Electric 15 Fluggesellschaften, dass bei einigen ihrer Modelle die Vereisung von Triebwerken droht. Deshalb sollten Dreamliner und das neue Jumbomodell 747-8 mit bestimmten GE-Motoren nicht in die Nähe von Gewitterwolken fliegen, weil sich sonst Eiskristalle ansammeln könnten.

Japan Airlines erklärte umgehend, die 787 von zwei Langstrecken-Routen abzuziehen. Die 787 werde weiter auf anderen Strecken mit einer geringen Wahrscheinlichkeit von Gewitterwolken fliegen, hieß es. Von der Warnung ist auch die Lufthansa betroffen. Sie hat zwar keine Dreamliner, aber die vierstrahlige 747-8 in ihrer Flotte. Die Maschine wird auf Interkontinentalverbindungen eingesetzt.

Für den US-Konzern ist die Panne mehr als peinlich, denn es ist nicht die erste. Im Januar schon hatten sich bei zwei Dreamliner-Maschinen die Batterien entzündet. Daraufhin verhängte die Flugaufsichtsbehörde ein dreimonatiges Flugverbot für den Dreamliner. Boeing hat die Batterien inzwischen modernisiert.

Trotzdem meldete Japan Airlines Anfang November, dass es erneut Fehlermeldungen bei einer Batterie gegeben habe. Etwa zeitgleich riss bei einem Dreamliner der Fluggesellschaft India Air die Windschutzscheibe und das Bremssystem meldete einen falschen Alarm. Im Oktober war eine Maschine des Typs sogar mit einem Loch im Rumpf auf ihrem Zielflughafen gelandet.