Energiekonzern:Anleger haben gehofft, dass die Bundesregierung den Atomkonzernen hilft

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RWE-Turm in Essen

Die Stadtkämmerer waren auf schlechte Nachrichten aus der RWE-Zentrale in Essen gefasst. Was kam, ist für sie eine Katastrophe.

(Foto: Julian Stratenschulte/dpa)

Beunruhigend ist diese Situation nicht nur für die Kommunen in Nordrhein-Westfalen, wo ohnehin schon viele Haushalte auf Kante genäht sind. Beunruhigend ist sie auch für den anstehenden Atomausstieg. Zwar hat RWE Rückstellungen sowohl für den Abbau der Atomkraftwerke als auch für die Entsorgung des Atommülls gebildet. Doch dieses Geld liegt nur zu einem Teil bei der Bank, zum anderen steckt es im Unternehmen.

Amerikanische Fonds wie Blackrock, die ebenfalls Anteile an RWE halten, hatten darauf gesetzt, dass die Bundesregierung den Atomkonzernen schon zu Hilfe kommen werde. Auch sie haben sich wohl verrechnet. Denn die Politiker wollen vor allem den Eindruck vermeiden, der Steuerzahler müsse für die Sünden der Konzerne zahlen.

Konzernchef Peter Terium hat RWE selbst in dieses Dilemma geführt: Es ist keine drei Jahre her, da hat er der Konzerntochter Innogy, die sich um die erneuerbaren Energien kümmert, sogar noch das Geld für Investitionen gekürzt. 2015 waren fünf Prozent des RWE-Stroms grün. Investoren machen um das schmutzige Geschäft mit den konventionellen Kraftwerken einen Bogen: Mehr als zwei Drittel seines Börsenwerts hat RWE seit Teriums Antritt verloren, mehr als 13 Milliarden Euro.

Wo wenig Geld da ist, kann auch nur wenig ausgeschüttet werden

Den Ausweg sucht der Manager nun mit der Abspaltung des lukrativen Geschäfts: In einer neuen Gesellschaft mit dem Projektnamen Newco sollen die erneuerbaren Energien, die Netze und der Vertrieb gebündelt und ein Anteil von zehn Prozent an die Börse gebracht werden. Das soll Geld und auch die nötige Freiheit für neues Wachstum bringen. Außerdem verschärft Terium den Sparkurs, den er einschlug, als er 2012 Chef beim Energiekonzern wurde.

Doch wo so wenig Geld da ist und die Aussicht auf neues Geld nicht mehr als eine Wette auf die Zukunft, da kann nur wenig ausgeschüttet werden. Das war die Überlegung in der Chefetage von RWE. Etwa 615 Millionen Euro hat der Konzern im vergangenen Jahr an die Aktionäre ausgeschüttet. Das ist nun nicht mehr drin. Lediglich Vorzugsaktionäre erhalten eine Dividende von 13 Cent pro Papier.

Kämmerer Klieve will noch nicht aufgegeben: Im April kommen alle Aktionäre zur Hauptversammlung zusammen. Erst dann wird über die Ausschüttung entschieden. Nun gelte es, sich mit anderen Kommunen zu beraten und weitere Aktionäre ins Boot zu holen. Vielleicht können sie den Vorschlag dann noch kippen.

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