Energie RWE darf sich an Eon beteiligen

Der Kauf von Eon-Anteilen durch den einstigen Erzrivalen RWE ist nach Auffassung der Wettbewerbshüter unbedenklich. Sowohl die EU-Kommission als auch das Bundeskartellamt erteilten dem Essener RWE-Konzern am Dienstag die Genehmigung dafür. "Es entstehen keine wettbewerblichen Probleme bei der Stromerzeugung und dem Erstabsatz von Strom", sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt. Zwar sei RWE "der mit Abstand führende Anbieter bei der konventionellen Stromerzeugung" in Deutschland. Allerdings verändere sich die Marktposition von RWE nur minimal. Zum einen übernehme RWE damit Anteile an Atomkraftwerken, die ohnehin nicht mehr lange laufen. Zum anderen gingen mit der Zerschlagung der RWE-Tochter Innogy auch Anlagen von RWE an Eon über, erklärte das Bundeskartellamt.

Dahinter steht eine komplexe Tauschoperation. RWE übernimmt das verbliebene Erzeugungsgeschäft von Eon, samt erneuerbaren Energien und den Eon-Anteilen an den RWE-Atomkraftwerken Emsland und Gundremmingen, sowie einen Anteil von 16,67 Prozent am Eon-Konzern. Eon wiederum übernimmt das Vertriebs- und Netzgeschäft von RWE, das in der Tochter Innogy gebündelt war. Das Ökostrom-Geschäft von Innogy bleibt bei RWE. Die Transaktion soll in der zweiten Jahreshälfte abgeschlossen sein.

RWE begrüßte die Genehmigungen. Damit sei "ein weiterer Meilenstein erreicht, um RWE zu einem global führenden Unternehmen im Geschäft mit erneuerbaren Energien zu machen", sagte Finanzvorstand Markus Krebber. Eon dagegen muss auf die Genehmigung für die Innogy-Übernahme noch warten. Dieser Teil des Deals werde noch geprüft, hieß es aus Brüssel.

Erst Montag hatte der Stromanbieter Lekker Energie Auflagen für das Tauschgeschäft verlangt. Wegen der großen Marktmacht gehörten mindestens die Beteiligungen von RWE und Eon an den Handelsmarken Eprimo und E wie einfach auf den Prüfstand. Andernfalls drohe ein "herber Rückschlag für den Wettbewerb".