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Eliot Spitzer:Der Sheriff der Wall Street meldet sich zurück

Former New York governor Spitzer speaks at the Reuters Global Financial Regulation Summit in New York

Eliot Spitzer im Jahr 2010 in New York 

(Foto: REUTERS)

Eliot Spitzer kennt die Höhen und Tiefen des Lebens. Der ehemalige Gouverneur von New York war als "Sheriff der Wall Street" berühmt geworden, dann kam ihm ein Callgirl in die Quere. Jetzt will er sich zum Controller der Stadt wählen lassen.

Eliot Spitzer, 54, hat schon einen Aufstieg und einen tiefen Fall hinter sich. Jetzt versucht er es wieder. Der ehemalige Gouverneur von New York und ehemalige Generalstaatsanwalt des US-Bundesstaats war als "Sheriff der Wall Street" berühmt geworden, fleißig verfolgte er jedes Fehlverhalten der Banker.

2008 war er jedoch zurückgetreten, nachdem die New York Times eine Callgirl-Affäre aufgedeckt hatte. Spitzer, der sich im Wahlkampf um das Gouverneursamt als Saubermann präsentiert hatte, war regelmäßiger Kunde des illegalen Prostituiertenrings Emperors Club VIP. Er verkehrte dort unter dem Kürzel Client #9.

Im konservativen Amerika ist eine politische Karriere damit eigentlich ruiniert. Fünf Jahre nach dem Skandal plant der Jurist mit Harvard-Abschluss jetzt seine Rückkehr in die Politik. Er hofft, dass die New Yorker die Affäre vergessen oder zumindest verziehen haben, und möchte sich im Herbst zum Comptroller der Stadt New York wählen lassen. Gewinnt der Demokrat, ist er für die Überwachung der Finanzen der Metropole zuständig.

Die Kosten des Wahlkampfs schätzen Beobachter auf mehrere Millionen Dollar, die Spitzer aus eigener Tasche zahlen will. Er ist der Sohn eines reichen Immobilienmanagers. Bis Donnerstag muss er mindestens 3750 Unterschriften von New Yorker Demokraten sammeln, die als Wähler registriert sind und seine Kandidatur unterstützen.

Die Wahlen im September, bei denen auch ein Nachfolger für Bürgermeister Michael Bloomberg gefunden werden muss, werden ein skandalträchtiges Rennen. Um den Posten als Bürgermeister bewirbt sich Anthony Weiner. Er war einst der Hoffnungsträger der Demokraten. Dann verschickte er schmierige Selbstporträts in Unterwäsche an Frauen - und per Twitter und Facebook aus Versehen gleich an mehrere Tausend Nutzer.