Dienstleistungen - Bremen:Verdi: Bundesweites Gesetz zum Schutz von Paket-Zustellern

Dienstleistungen - Bremen: Verdi-Fahnen während einer Demonstration. Foto: Ole Spata/dpa/Symbolbild
Verdi-Fahnen während einer Demonstration. Foto: Ole Spata/dpa/Symbolbild (Foto: dpa)

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Bremen (dpa/lni) - Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi in Niedersachsen und Bremen fordert ein bundesweites Gesetz zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Paketbranche. Vorbild ist die Fleischwirtschaft. Dort verbietet ein Gesetz seit nahezu zwei Jahren Werkverträge und Selbstständige in Schlachtung, Zerlegung und Fleischverarbeitung. Mit der Forderung nach einem neuen Gesetz richtet sich Verdi an Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD), wie Thomas Warner vom Verdi-Landesbezirk Niedersachsen-Bremen am Montag in Bremen sagte. "Wir haben da den Bundesarbeitsminister auf unserer Seite", berichtete Warner. Verdi fordert, dass Paketdienstleister in Transport und Auslieferung kein Fremdpersonal mehr einsetzen dürfen. Werkverträge und die Beteiligungen von Subunternehmen, die Gründe für schlechtere Lohn- und Sozialstandards seien, sollen auf die Weise verhindert werden. Pakete, die von einzelnen Zustellern transportiert werden, müssen Verdi zufolge auf 20 Kilogramm begrenzt werden. Kontrollen der Arbeitsbedingungen sollen wirksamer als bislang werden. Verdi schlägt dazu vor, dass die Finanzkontrolle Schwarzarbeit, die zum Zoll gehört, gestärkt wird.

Die Arbeitsbedingungen in der Paketbranche sind nach Einschätzung von Verdi schlecht - vor allem bei Subunternehmen. Die Arbeitsbelastung sei hoch, bis zu 300 Pakete müsse ein Zulieferer am Tag ausliefern. Überstunden seien die Regel und würden häufig nicht vergütet. Auch käme es vor, dass Arbeitnehmer Unfallschäden an Lieferfahrzeugen selbst bezahlen müssten. "In den letzten Jahren sind echt skandalöse Zustände eingezogen", sagte Warner.

© dpa-infocom, dpa:221121-99-603242/2

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema