Devisen und Anleihen:Italienische Anleihen unter Druck

Italiens neue Regierung will ihre Stimulusmaßnahmen ausweiten. Als Reaktion darauf werden italienische Staatspapiere verkauft. Am Devisenmarkt fällt der Euro zeitweise unter 1,20 Dollar.

Der Euro hat am Dienstag weiter nachgegeben und ist zeitweise unter die Marke von 1,20 Dollar gefallen. Im Abendhandel erholte sich die Gemeinschaftswährung und etwas notierte bei 1,2089 Dollar. Belastet wurde der Euro von einem steigenden Dollar. Die US-Währung wird schon seit einigen Tagen durch solide Konjunkturdaten beflügelt. Zum Wochenauftakt war die Industriestimmung in den USA auf ein Dreijahreshoch gestiegen. Wenig Auswirkung auf den Handel zeigten die neuesten europäischen Konjunkturdaten. Die Inflation in der Eurozone stabilisierte sich. Die Teuerungsrate lag im Februar wie bereits im Vormonat bei 0,9 Prozent, wie die Europäische Statistikbehörde (Eurostat) am Dienstag mitteilte. Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht einen Wert von knapp zwei Prozent als ideal für die Konjunktur an, verfehlt dieses Ziel jedoch seit Jahren. Manche Experten erwarten allerdings, dass die Inflation in den kommenden Monaten kräftig Fahrt aufnehmen wird und die Prognose der EZB einer Inflationsrate von 1,0 Prozent im laufenden Jahr ins Wackeln geraten könnte.

Anleger trennen sich von italienischen Anleihen. Die Rendite der zehnjährigen Papiere stieg in Folge bis auf 0,717 (Vortag: 0,668) Prozent. Analysten führten den Anstieg auf einen Bericht zurück, demzufolge die italienische Regierung schon im nächsten Monat eine Genehmigung für weitere Konjunkturausgaben durch das Parlament anstreben könnte.

Wenige Tage vor einem wichtigen Treffen des Ölverbunds Opec+ gaben die Ölpreise nach. Die US-Sorte WTI verbilligte sich um 1,7 Prozent auf 59,64 Dollar. Über die Entscheidung der Ölstaaten besteht Ungewissheit: Während Saudi-Arabien wegen der corona-geschwächten Nachfrage eher für eine knappe Produktion eintritt, scheint Russland eine höhere Förderung zu befürworten.

© SZ vom 03.03.2021 / amon, Reuters, dpa
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