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Devisen und Anleihen:Euro steigt über 1,12 Dollar

Der Dollar scheint im Moment an Stärke zu verlieren. Die Nachfrage und die Zuversicht nach der Weltleitwährung wird gedämpft. Von dieser Stimmung profitiert der Euro.

Der Kurs des Euro ist am Mittwoch gestiegen. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete deutlich mehr als 1,12 Dollar und wurde am späten Abend mit 1,1245 Dollar einen dreiviertel US-Cent höher gehandelt als am Vorabend. Dies ist zudem der höchste Stand seit Mitte März. Beobachter verwiesen auf eine breit angelegte Schwäche des Dollar. Die Zuversicht an den Finanzmärkten würde die Nachfrage nach der Weltleitwährung dämpfen. Die Kursverluste des Dollar sind aber offenbar nicht nur auf die freundliche Stimmung an den Finanzmärkten zurückzuführen. "Der Konflikt zwischen den USA und China sowie die anhaltenden Proteste in vielen Städten der USA fordern ihren Tribut", erklärten die Analysten der Landesbank Hessen-Thüringen. Zudem würden die Anleger darauf hoffen, dass die Europäische Zentralbankd ihr in der Corona-Krise aufgelegtes Anleihekaufprogramm (PEPP) bereits an diesem Donnerstag ausweitet. Bisher hat PEPP schon ein Volumen von 750 Milliarden Euro. Die Staatsanleihen gerieten angesichts der gestiegenen Risikofreude der Investoren ins Hintertreffen. Im Gegenzug zu den sinkenden Anleihekursen zogen die Renditen der zehnjährigen Bundespapiere auf minus 0,373 Prozent von minus 0,415 Prozent an."Es sieht so aus, als ob die verbesserte Risikostimmung weltweit auf sichereren Anlagen lastet", sagte ING-Stratege Antoine Bouvet. Die Verzinsung der 30-jährigen US-Staatsanleihen stieg auf 1,57 Prozent und war so hoch wie seit Ende März nicht mehr. Auch der Goldpreis gab nach. Die Notierung für eine Feinunze gab 1,7 Prozent auf 1697 Dollar nach.

Der Ölpreis fiel. Die in dem Verbund Opec+ zusammengefassten Ölförderstaaten diskutieren eine Verlängerung der Förderbeschränkungen. Sie hatten sich im April darauf verständigt, die Produktion zu für Mai und Juni zu reduzieren. Dies könnte aber um einem Monat verlängert werden.

© SZ vom 04.06.2020 / amon,Reuters,dpa
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