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Datev:Steuerberatung läuft immer

Aber viele Mandanten sind in Not, berichtet die Datev. 22 Prozent der Mandanten seien noch existenzgefährdet - trotz Konjunkturprogramms.

Von Marc Beise, Nürnberg

Mehr als 40 000 Mitglieder hat der genossenschaftliche Verbund des Nürnberger Software-Unternehmens datev, das vor allem auf Software für Steuerberater spezialisiert ist, weshalb seine Erkenntnisse zu den Auswirkungen der Corona-Krise im Mittelstand besonders aufschlussreich sind. Was Datev-Vorstandsvorsitzender Robert Mayr im Rahmen der virtuellen Jahrespressekonferenz berichtete, zeigt: Um die Steuerberater selbst muss man sich keine Sorgen machen, wohl aber um viele von ihnen betreute Unternehmer und Unternehmen.

"Trotz Lockdown haben unsere Mitglieder in ihren Kanzleien nur geringfügige Einbußen verspürt", zitierte Mayr regelmäßige Befragungen bei den Steuerberatern. So bewegte sich die Einschätzung der Kanzleien zu ihrer Leistungsfähigkeit über sechs Befragungswellen hinweg zwischen entspannten 84 und 90 Prozent. Deutlich bedrohlicher sieht die Situation bei den Mandanten aus. Zwar habe sich im Laufe der Wochen das Bild gebessert, doch die aktuellen Zahlen böten weiterhin kein Anlass zur Beruhigung, so Mayr. 22 Prozent der Mandanten seien nach wie vor existenzgefährdet. 38 Prozent der Kanzleien halten weitere Insolvenzen aus ihrem Mandantenstamm in den nächsten sechs Monaten für wahrscheinlich - trotz des groß angelegten Konjunkturprogramms. Die Datev selbst kann am wenigsten klagen. Sie hat ihren Umsatz in den ersten sechs Monaten 2020 um 4,3 Prozent gesteigert. Zur Jahreshälfte wurden Erlöse von 569,3 Millionen Euro erzielt, im Vergleich zu 546,0 Millionen im Vorjahreszeitraum.

© SZ vom 11.07.2020
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