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Braucht man das?:Sportuhr von Garmin mit Solarzelle

Garmin Instinct Solar

Sonnenanbeter: Garmins Multisport-Uhr Instinct lädt auch per Solarenergie.

(Foto: oh)

Eine Sportuhr mit Sonnenenergie betreiben - das hört sich gut an. Je nach Nutzung ist jedoch auch eine Steckdose zum Aufladen nötig.

Von Helmut Martin-Jung

Uhren, die eigentlich kleine Computer sind, können viel: Schritte zählen, den Puls messen, den Schlaf überwachen und vieles mehr. Aber sie haben einen gravierenden Nachteil: Sie müssen ziemlich oft ans Ladegerät. Könnte da nicht eine eingebaute Solarzelle helfen? Im Prinzip schon, nur ist der Energiehunger der Handgelenkscomputer größer als die Leistungsfähigkeit der kleinen Zellen.

Daher lässt es aufhorchen, wenn der Sportuhren-Spezialist Garmin nun eine computerisierte Uhr vorstellt, die wasserdicht ist, Daten verschiedener Sportarten erfassen, Benachrichtigungen vom verbundenen Handy anzeigen, Ortsdaten erfassen kann und noch so einiges mehr. Und die, das ist der Clou, unter günstigen Umständen auch völlig ohne Aufladen an der Steckdose auskommen soll. Aber funktioniert das wirklich?

Garmins Instinct Solar ist eine Uhr, deren Design Robustheit ausstrahlt und somit nicht jeden Geschmack trifft. Die Verbindung mit Garmins Connect genannter App und dem dahinterliegenden Cloud-Dienst klappt (wieder) gut. Vor einigen Wochen hatte ja ein Hackerangriff die Server des Anbieters außer Gefecht gesetzt. Auch die Instinct setzt wie viele Garmin-Uhren auf die Bedienung per Knopf, fünf davon gibt es und damit einige Möglichkeiten, den falschen zu drücken. Nach kurzer Zeit aber hat man die wichtigsten Befehle intus. Dann sind es nur wenige Knopfdrücke, um etwa ein Lauftraining zu starten.

Bei Solaruhren die es schon vor Jahrzehnten gab, reichte es, sie im Sommer einigermaßen offen zu tragen, also nicht unterm Hemdsärmel. Für eine trotz aller Fortschritte immer noch wesentlich stromhungrigere Smartwatch reicht das, wie der Test zeigt, aber nicht. Wer sich das Laden am Kabel sparen will, muss die Uhr abnehmen und stundenlang direkt in die Sonne legen. Dann erhöht sich die Laufzeit nach etwa zwei Stunden Laden um einen Tag - voll aufgeladen wird eine Laufzeit von mehr als drei Wochen angegeben. Das aber hängt natürlich stark davon ab, wie intensiv man die Uhr nutzt, vor allem der Ortungsdienst per GPS schluckt viel Energie, nach knapp zweistündigem Training waren gleich mal zehn Tage Laufzeit weg.

Fazit: Die Solarzelle verlängert die Laufzeit des Akkus, sie nur mit Solarenergie zu betreiben, ist aber unrealistisch. Die Mehrkosten zur Instinct ohne Solarzelle (390 statt 290 Euro) sollte daher nur investieren, wem dieser Aspekt besonders wichtig ist.

© SZ vom 19.08.2020
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