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Bierkonzern:Börsenpläne geplatzt

US-Bierkonzern setzt Expansion in Mexiko fort

Auch die Marke Corona gehört zum Bierkonzern, das Bier aus Mexiko ist weltweit beliebt und wird in 180 Ländern verkauft.

(Foto: Jens Kalaene/dpa)

AB Inbev wollte das Asien-Geschäft teilweise verkaufen, um Schulden zu reduzieren. Daraus wird jetzt nichts.

Wachstum um fast jeden Preis war für eine sehr lange Zeit die Devise von Carlos Brito. Und damit hatte der Vorstandsvorsitzende von Anheuser Bush Inbev auch immer Erfolg. Das Unternehmen, das von New York aus gelenkt wird, ist nach vielen, auch riskanten Übernahmen inzwischen der mit Abstand größte Braukonzern der Welt. Doch jetzt hat Brito das Glück verlassen. AB Inbev musste den geplanten Börsengang des Asiengeschäfts kurzfristig am vergangenen Wochenende absagen. Die Aktien von AB Inbev hatten schon kurz davor massiv verloren. Das Unternehmen ist weltweit mit Marken wie Corona, Beck's, Leffe, Stella Artois und Budweiser präsent. In Deutschland gehören unter anderen Diebels, Spaten, Franziskaner und Löwenbräu dazu.

Es wäre auch nicht irgendein Börsengang gewesen, sondern der größte in diesem Jahr. Nun ist die Pleite der bislang drittgrößte abgesagte Börsengang - laut der Analysefirma Dealogic nach einem spanischen Lotteriekonzern im Jahr 2011 und einem asiatischen Versicherer 2010. Abgesagt wurde wegen der schlechten Bedingungen an den Aktienmärkten. AB Inbev führte die Entscheidung unter anderem auf "allgemeine Marktbedingungen" zurück. Die Gebote waren einfach zu gering, das Volumen konnte am Markt nicht untergebracht werden. Ursprünglich war Handelsstart der neuen Asien-Bier-Aktie für diese Woche geplant gewesen.

Konzernchef Brito wollte mit dem Erlös aus dem Börsengang den sehr hohen Schuldenberg seines Unternehmens reduzieren, aber auch für neue Übernahmen vorbereitet sein. Es waren Einnahmen von nahezu zehn Milliarden Dollar angepeilt worden. AB Inbev ist hoch verschuldet, nachdem Ende 2016 der Konkurrent SAB Miller für rund hundert Milliarden Dollar übernommen worden war. Es war einer der teuersten Firmenkäufe bisher. AB Inbev hat seine Wurzeln in Brasilien und in Belgien, dort ist auch der offizielle Konzernsitz. Brito und das Management sitzen aber in New York. Dazu gehören 500 Biermarken, der Konzern hat 180 000 Mitarbeiter in 50 Ländern, macht fast 55 Milliarden Dollar Umsatz. In vielen Ländern ist das Unternehmen Marktführer, in Deutschland allerdings hat AB Inbev Probleme, zuletzt war der Verkauf der Konzernmarken Hasseröder und Diebels gescheitert. Beide Traditionsmarken sind angeschlagen.

Nun muss Brito schauen, wie er ohne den Börsengang über die Runden kommt, die Schulden von etwa hundert Milliarden Dollar werden weiter das Unternehmen drücken. Die beiden Investmentbanken JP Morgan und Morgan Stanley leiden ebenfalls unter der Absage. Sie sollen Provisionen zwischen 140 und 170 Millionen Dollar verloren haben. Der Konzern hält sich eine Wiederaufnahme der Börsenpläne offen.