Beihilfe zur Steuerhinterziehung Credit Suisse soll mit 2,5 Milliarden Dollar büßen

Die Credit Suisse hatte reichen US-Bürgern geholfen, Milliarden von Dollar am Fiskus vorbeizuschleusen. Nun soll die Schweizer Bank eine hohe Strafe an die USA zahlen und sich schuldig bekennen. Allerdings wollen die Amerikaner darauf achten, damit keinen Schock ins Finanzsystem auszulösen.

Der Steuerstreit mit den USA kostet die Schweizer Großbank Credit Suisse wohl noch mehr als bislang gedacht. Das Kreditinstitut müsse knapp 2,5 Milliarden Dollar an US-Behörden zahlen, berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Bank gilt der US-Regierung jedoch als so wichtig, dass diese das Geldhaus nicht ganz so hart anpacken will.

Credit Suisse hatte reichen US-Bürgern geholfen, insgesamt knapp fünf Milliarden Dollar vor dem Fiskus zu verstecken. Amerikanische Behörden wollen Namen von der Bank. Das Schweizer Bankgeheimnis hindert das Institut jedoch daran, diese zu nennen. Kundennamen dürfen Schweizer Banken nur im Rahmen eines Amtshilfeverfahren herausgeben. Das ist den US-Ermittlern aber zu langwierig.

Die US-Justiz ermittelt seit 2011 gegen Credit Suisse und ein weiteres Dutzend Banken. Credit Suisse lieferte laut einem Bericht einer Kommission des US-Senats bislang 230 von rund 22.000 Kunden-Akten, auf die die Amerikaner Anspruch erheben.

Die Amerikaner sind nicht mehr wie noch im Steuerstreit mit der UBS vor fünf Jahren mit einem Vergleich zufrieden. Sie haben die Schraube angezogen und fordern von Credit Suisse ein formales Schuldeingeständnis. US-Justizminister Eric Holder ließ vor einigen Tagen durchblicken, dass die Regierung vermeiden wolle, Credit Suisse in Existenznöte zu bringen und so Erschütterungen im gesamten Finanzsystem auszulösen.

Nach derzeitigem Stand der Verhandlungen sei geplant, dass das Institut etwa zwei Milliarden Dollar an US-Bundesbehörden zahlt, vor allem an das Justizministerium, schreibt das Blatt. Etwa 100 Millionen Dollar sollen demnach an die Notenbank Federal Reserve fließen. Die New Yorker Bankenaufsicht soll den Angaben zufolge zusätzlich 500 Millionen Dollar oder mehr erhalten, aber die Verhandlungen darüber seien noch nicht abgeschlossen. Bereits in der kommenden Woche könnte die Vereinbarung bekanntgegeben werden.

Credit Suisse sei womöglich zur Zahlung von insgesamt etwas mehr als 2,5 Milliarden Dollar bereit, sagten die Insider dem Wall Street Journal weiter. Sie wolle jedoch nicht deutlich darüber hinausgehen, da sie negative Folgen für ihre Bonitätsnote fürchte. Die Schweizer Regierung will der Bank nicht mit Notmaßnahmen zu Hilfe kommen.

Die Strafe wäre etwa drei Mal so hoch wie die 780 Millionen Dollar, die UBS 2009 in einem ähnlichen Verfahren zahlte. Bei Credit Suisse war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Die Ermittlungen gegen Credit Suisse und etwa ein Dutzend weiterer Schweizer Geldhäuser laufen seit 2011.