Banken in Not Ein Schirm für alle

Henry Paulson hat in der Finanzkrise einen fürchterlichen Fehler gemacht. Den vielleicht größten Fehler, den ein amerikanischer Finanzminister jemals begangen hat.

Ein Kommentar von Ulrich Schäfer

Er hat die Investmentbank Lehman Brothers bankrottgehen lassen - und damit jene dramatische Entwicklung ausgelöst, die die Welt seit dem 15. September 2008 in Atem hält.

Gemeinsam gegen das Schämen: Vielleicht ist auch die Deutsche Bank dabei, hier: Chef Josef Ackermann.

(Foto: Foto: AP)

Henry Paulson hat danach aber auch etwas richtig gemacht: Er hat Amerikas Banken keine Wahl gelassen, ob sie sich vom Staat retten lassen oder nicht. Er hat sie dazu gezwungen.

Die Bundesregierung hat auch erwogen, die Banken zu ihrem Glück zu zwingen. Sie hat es nicht getan. Und es bitter bereut. Denn nur wenige Tage später hat ausgerechnet Josef Ackermann, der öffentlich für dieses Paket geworben hatte, es gleich wieder diskreditiert.

Richtige Überlegungen

Er würde sich schämen, wenn die Deutsche Bank es annehmen müsste, hat er gesagt. Und damit auch bei anderen Banken jene Scham hervorgerufen, die in der Finanzkrise tödlich sein könnte - tödlich für die eigene Bank, tödlich aber auch für alle anderen Banken und die deutsche Wirtschaft insgesamt.

Denn nur wenn die Banken wieder Vertrauen zueinander fassen, wenn sie sich wieder gegenseitig Geld leihen, wird sich diese historische Krise überwinden lassen.

Deshalb ist es richtig, dass die Banken nun doch überlegen, gemeinsam und geschlossen unter den Rettungsschirm der Regierung zu schlüpfen. Sollten sie am Ende zaudern, sollten Merkel und Steinbrück sie dazu zwingen.

Auch Josef Ackermann dürfte dann hoffentlich so klug sein, der Aufforderung zu folgen. Andernfalls müsste er sich später vielleicht wirklich schämen, weil er die Krise weiter befördert hat.