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Atomkraftwerk-Betreiber:Japan will Tepco angeblich aufspalten

"Wir können es nicht kontrollieren": Der Atomkraftwerk-Betreiber Tepco steht in heftiger Kritik, weil er die Probleme am havarierten Atomkraftwerk Fukushima nicht in den Griff bekommt. Nun will die japanische Regierung einen Bereich des Energiekonzerns offenbar abspalten.

Noch im August hatte ein hochrangiger Mitarbeiter des japanischen Atomkraft-Betreibers Tepco gestanden: "Kontaminiertes Wasser fließt ins Meer und wir können es nicht kontrollieren". Im Oktober wurden mehrmals Probleme am havarierten Atomkraftwerk Fukushima bekannt. Die Defizite bei der Bewältigung der Katastrophe hat nun offenbar dazu geführt, dass Japans Regierung Tepco aufspalten will.

Wie die Zeitungen Nikkei und Yomiuri am Mittwoch berichteten, schlägt die japanische Regierungspartei LDP vor, dass die für die Stilllegung der beschädigten Reaktoren sowie für den Umgang mit verseuchtem Wasser zuständigen Bereiche des Energiekonzerns abgespalten werden sollten.

In dem Kraftwerk 200 Kilometer nördlich von Tokio kam es im Frühjahr 2011 nach einem Erdbeben und einem Tsunami zur schlimmsten Atomkatastrophe seit Tschernobyl im Jahr 1986. Tepco steht wegen seines Krisenmanagements seit langem heftig in der Kritik. Der Firma wird vorgeworfen, unprofessionell und zu langsam zu reagieren.

Tepco wurde vergangenes Jahr mit Steuermitteln gerettet und damit bereits de facto verstaatlicht. Über die Frage, inwieweit die Regierung sich direkt in die Firma einmischen soll, wird in Japan aber kontrovers debattiert.

© Süddeutsche.de/Reuters/sana
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