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Aldi: Expansion in den USA:Shoppen auf deutsch

Plastiktüten gegen Aufpreis, kleine Läden, keine Coca-Cola - eigentlich müssten die Amerikaner Aldi meiden. Trotzdem expandiert der Discounter in den USA massiv.

Ein Einkauf bei Aldi stellt für einen Durchschnittsamerikaner eigentlich eine regelrechte Tortur dar. Plastiktüten kosten extra, Coca-Cola wird vergebens gesucht - und in vielen Filialen kann noch nicht einmal mit Kreditkarte bezahlt werden. Und das, obwohl ein US-Verbraucher in den meisten Fällen ein regelrechtes Potpourri an bunten Plastikkarten im Portemonnaie hat. All diese Faktoren sprechen nicht wirklich für Aldi - und doch baut der deutsche Discounter seine Position in den USA immer weiter aus: Demnächst wagt sich die Handelskette sogar nach New York City.

Aldi bringt den Amerikanern deutsche Einkaufsgewohnheiten näher.

(Foto: Foto: ddp)

Experten bewerten diesen Schritt als mutig. Möglicherweise ist es sogar noch mehr, nämlich eine echte Revolution. "Aldi zwingt den US-Verbrauchern deutsche Einkaufsgewohnheiten auf", sagt Handelsexperte Matthias Queck vom Branchendienst Planetretail. Denn eigentlich bringt die Handelskette so ziemlich alles mit, um im Land der unbegrenzten Möglichkeiten grandios zu scheitern.

Die Läden sind zwar etwas größer als die deutschen Standorte, für amerikanische Verhältnisse sind sie jedoch klein. Und dann vertraut der Discounter auch noch auf die Rezepte, die Aldi in Deutschland großgemacht haben: ein überschaubares Warensortiment im funktionalen Ambiente - auf Markenprodukte verzichtet Aldi auch in den USA fast vollständig. Immerhin verkauft die Kette Haribo-Fruchtgummi. 95 Prozent der Waren bei Aldi, ermittelte das Meinungsforschungsinstitut Nielsen, sind jedoch Eigenmarken. Dabei seien gerade die Amerikaner "sehr markenfixiert", sagt Analyst Queck.

Günstiger als Wal-Mart

Schlechte Voraussetzungen also - und in der Tat hat Aldi, obwohl seit 1976 in Amerika vertreten, jenseits des Atlantiks bislang mit eher überschaubarem Erfolg gewirkt. Zwar ist der Discounter in den USA mit der höherpreisigen Handelskette Trader's Joe vertreten, doch von den Filialen mit dem Aldi-Logo wurden in 32 Jahren gerade einmal 1000 eröffnet. "Nicht gerade eine Erfolgsstory", urteilt Queck. Zum Vergleich: In Deutschland hat der Discounter mehr als 4000 Standorte.

Lesen Sie im zweiten Teil, wie Aldi den Platzhirsch Wal-Mart angreift - und wie die deutsche Discountkette dafür sogar ihr Erfolgskonzept aufweicht.