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Aktienmärkte:Trump verunsichert Anleger

Widersprüchliche Aussagen von US-Präsident Donald Trump zum Handelsstreit zwischen China und den USA schlagen auf die Stimmung vieler Anleger. Der Dax gibt nach.

Mit widersprüchlichen Signalen zur Handelspolitik hat US-Präsident Donald Trump die Börsenrally am Mittwoch vorerst ausgebremst. Der Dax gab bis zum Handelsschluss um 0,4 Prozent auf 13 230 Punkte nach. Trump zufolge steht die Unterzeichnung des Handelsabkommens mit China kurz bevor. Allerdings werde er einem Vertrag nur zustimmen, wenn er gut für die USA sei. "Nach einer baldigen Lösung des Zollstreits hört sich dies nicht an", sagte Analyst Christian Henke vom Brokerhaus IG. Darüber hinaus drohte der Präsident erneut damit, US-Zölle auf China-Importe deutlich zu erhöhen, sollte das geplante Abkommen mit China scheitern.

Aktien von europäischen Kreditinstituten verzeichnen im Branchenvergleich die größten Tagesverluste. Der europäische Bankenindex fiel um 2,4 Prozent. Händler verwiesen auf enttäuschende Quartalszahlen der niederländischen Bank ABN Amro. So führten die Titel der Deutschen Bank mit einem Minus von 4,4 Prozent die Dax-Verlierer an. Im M-Dax verloren Commerzbank-Titel am Index-Ende 6,1 Prozent. Auto-Werte standen ebenfalls unter Druck. Im Dax weiteten die Papiere des Zulieferers Continental ihre Vortagesverluste um weitere 2,2 Prozent aus. BMW, Daimler und Volkswagen verloren zwischen 0,7 und 1,6 Prozent.

Von den Anlegern waren eine Menge an Quartalszahlen, vor allem aus der zweiten und dritten Reihe, zu verarbeiten. Deutsche Wohnen steigerte dank höherer Mieten und eines anhaltend niedrigen Leerstands den operativen Gewinn um knapp 13 Prozent. Der Konzern kündigte zudem einen Aktienrückkauf an. Deutsche-Wohnen-Papiere waren mit einem Aufschlag von 4,5 Prozent unter den Top-Favoriten im M-Dax. Nach einem Umsatz- und Gewinnsprung setzten sich die Aktien des IT-Dienstleisters Bechtle mit einem Plus von 7,2 Prozent an die M-Dax-Spitze. Abwärts ging es hingegen für Lanxess mit minus 0,9 Prozent. Der Spezialchemiekonzern habe durchwachsene Ergebnisse präsentiert, schrieb Analyst Markus Mayer von der Baader Bank. Im S-Dax sackten Leoni um 8,2 Prozent ab. Im dritten Quartal litt der Kabel- und Bordnetzspezialisten weiter unter der anhaltenden Schwäche der globalen Automärkte und rutschte erneut tief in die roten Zahlen.

An der Wall legte der Dow Jones um 0,3 Prozent auf 27 784 Punkte zu.

© SZ vom 14.11.2019 / rih, Reuters, dpa
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