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Aktienmärkte:Pessimismus überwiegt

Die Angst vor einer weltweiten Rezession hält die Anleger fest im Griff. Der Dax kann sich dank positiver Konjunkturdaten aus Deutschland der allgemeinen Stimmung etwas entziehen.

Eine mögliche weitere Abkühlung der Weltwirtschaft bereitet Anlegern Kopfschmerzen. Selbst die überraschend gute Stimmung in den deutschen Chef-Etagen brachte am Montag kaum Linderung. Der vom Ifo-Institut erhobene Geschäftsklimaindex stieg um 0,9 Punkte auf 99,6 Zähler. Es ist der erste Anstieg nach sechs Rückgängen in Folge. Zum Ende der Börsensitzung notierte der Dax 0,3 Prozent tiefer bei 11 347 Punkten. Damit hielt sich der Leitindex immerhin deutlich besser als andere wichtige Aktienindizes. In Asien schloss der japanische Nikkei zum Beispiel drei Prozent tiefer. "Die Weltwirtschaft steht vor einer Abkühlung, in vielen Ländern sicherlich unmittelbar vor einer Rezession", warnte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. Seit der Ankündigung der US-Notenbank Fed, die Zinsen in diesem Jahr voraussichtlich nicht mehr zu erhöhen, macht die Angst vor einer Rezession die Runde. Die Experten der Schweizer Bank Credit Suisse betonten die schwachen Einkaufsmanagerindizes aus Deutschland und den USA vom Freitag.

Bei den Standardwerten sorgten einige Analystenkommentare für deutliche Kursausschläge: Die Aktien von Bayer sackten am Dax-Ende um knapp drei Prozent ab und erreichten damit den tiefsten Stand seit dem Jahr 2012. Die US-Investmentbank Merrill Lynch hatte nach einer Schlappe in einem Prozess rund um die Krebsrisiken des glyphosathaltigen Unkrautvernichters Roundup ihre Kaufempfehlung für die Titel des Pharma- und Agrarchemiekonzerns gestrichen. Dagegen zählten die Papiere von FMC mit einem Kursanstieg um 1,8 Prozent zu den Favoriten der Anleger. Die Anteilsscheine des Dialysespezialisten profitierten von einer Kaufempfehlung der Commerzbank. Bei Vossloh freuten sich die Anleger über ein Kursplus von mehr als einem Prozent im Nebenwerte-Index S-Dax. Laut Händlern profitierten die Titel des Bahninfrastrukturkonzerns von einem Bericht in der Bild am Sonntag. Demzufolge will die Bundesregierung in der kommenden Dekade rund 50 Milliarden Euro in die Modernisierung des Schienennetzes investieren. Aus Furcht vor einer Rezession in den USA agierten die Anleger an der Wall Street zurückhaltend. Der Dow Jones notierte zum Handelsende nur geringfügig höher, nachdem er am Freitag 1,8 Prozent verloren hatte.