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Aktienmärkte:Handelsstreit belastet Börsen

Das Hin und Her im Handelsstreit zwischen den USA und China macht Anleger mürbe. Neben erneuten Zolldrohungen geraten die Proteste in Hongkong zunehmend in den Blickpunkt.

Der Handelskonflikt zwischen China und den USA hatte die Börsen am Mittwoch wieder fester im Griff. Der Dax schloss ein halbes Prozent tiefer bei 13 176 Punkten. US-Präsident Donald Trump drohte China mit höheren Strafzöllen, falls es zu keiner Einigung kommen sollte. Für diplomatischen Zündstoff sorgte zusätzlich die Lage in Hongkong. Der US-Senat hat mit einer Entscheidung die Protestbewegung in der chinesischen Sonderverwaltungszone unterstützt, was die Führung in Peking verurteilte. Für das angestrebte Teilabkommen im Zollstreit zwischen den beiden weltgrößten Volkswirtschaften wird all dies erneut negativ gewertet.

Bei Wirecard-Aktionären löste die Mitteilung, dass die Singapur-Tochter des Zahlungsdienstleisters kein Testat für die Richtigkeit der Jahresbilanz 2017 erhalten hat, neue Unruhe aus. Wirecard-Aktien fielen zeitweise um mehr als sieben Prozent, zuletzt lagen sie mit einem Abschlag von drei Prozent am Dax-Ende. "Singapur ist zwar eine kleine Einheit und das Thema ist nicht neu, aber alles in allem schürt es Zweifel bei Investoren hinsichtlich Transparenz und Ehrlichkeit bei dem Unternehmen", sagte ein Händler. Der Kurs der Lufthansa-Titel fiel nach der geplatzten Schlichtung im Tarifstreit mit der Kabinengewerkschaft Ufo um 2,7 Prozent. Zudem empfahl Goldman Sachs die Aktie zum Verkauf.

Im M-Dax waren die Aktien von Rheinmetall mit einem Abschlag von mehr als sieben Prozent die größten Verlierer. Händlern zufolge trübte der zurückhaltende Ausblick des Rüstungs- und Autozulieferkonzerns die Stimmung. Anfang November hatte Rheinmetall wegen der schwachen Autokonjunktur und Exportbeschränkungen für Rüstungsgüter seine Umsatzprognose für 2019 gesenkt. Zu den Favoriten im S-Dax zählten die Anteilsscheine von Dermapharm mit einem Plus ovn um 2,5 Prozent. Der Arzneimittelhersteller meldete einen Umsatzsprung und bekräftigte seine Jahresziele.

Angesichts der neuen Misstöne zwischen China und den USA gingen die US-Anleger auf Nummer sicher und machten Kasse. Zudem ging aus den Protokollen der US-Notenbanksitzung von Ende Oktober hervor, dass die Fed zunächst eine Zinssenkungspause einlegen wird. Auch das trübte die Stimmung an der Wall Street. Der Dow Jones beendete den Handel 0,4 Prozent tiefer.

© SZ vom 21.11.2019 / rih, Reuters, dpa
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