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Aktienmärkte:Dax leicht im Minus

Im Fokus der Anleger bleibt der Handelsstreit zwischen China und den USA. Aussagen von US-Präsident Donald Trump sorgen für Zurückhaltung. Aktien der Chipindustrie stehen unter Druck.

Wegen der unklaren Lage beim Zollstreit zwischen den USA und China haben sich Aktienanleger zu Wochenbeginn zurückgehalten. Der Dax gab am Montag um 0,2 Prozent auf 13 198 Punkte nach. US-Präsident Donald Trump sagte zwar am Wochenende, die Handelsgespräche mit China entwickelten sich "sehr schön". Zuvor hatte er allerdings betont, er habe einem Abbau gegenseitiger Strafzölle nicht zugestimmt. Spekulationen hierauf hatten den Börsen in der vergangenen Woche Auftrieb gegeben. Sorgen bereitete den Anlegern auch die erneuten gewaltsamen Proteste in Hongkong. Der dortige Leitindex verlor 2,6 Prozent. "Das ist kein isoliertes Problem für die Wirtschaft Hongkongs", warnte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. Das sei ein Problem für ganz China.

Angesichts der wieder zunehmenden Unsicherheiten mieden Anleger die konjunktursensiblen Aktien der Chipindustrie. Die Papiere des Chipherstellers Infineon verloren am Dax-Ende 1,7 Prozent. Größte Verlierer im M-Dax waren die Papiere des Chipzulieferers Siltronic, die um 3,1 Prozent nachgaben. Ganz oben im Dax standen hingegen die Aktien von Wirecard mit einem Plus von 3,3 Prozent. Der Zahlungsdienstleister hat eine Kooperation mit Here Mobility geschlossen, einer Tochter des von Autoherstellern kontrollierten Kartendienstes Here Technologies. Die Firmen wollen bei einer Vielzahl von Projekten zusammenarbeiten, um die Zahlungs- und Lokalisierungsdienste beider Unternehmen zu nutzen.

Die Deutsche Pfandbriefbank verbuchte im dritten Quartal einen Gewinnsprung. Bereits in der vergangenen Woche hatte der Firmenvorstand sein Jahresziel angehoben. Die Aktien des Finanzinstituts zählten mit einem Plus von 1,7 Prozent zu den Top-Favoriten im M-Dax. Wenige Tage, nachdem der Rüstungskonzern und Autozulieferer Rheinmetall seine Umsatzziele gekürzt hat, trennten sich weitere Anleger angesichts eines negativen Analystenkommentars von Rheinmetall. Die Aktien rutschten um 0,4 Prozent ab. Nach der Niederlage von Borussia Dortmund (BVB) gegen den Erzrivalen Bayern München standen BVB-Aktien unter Druck. Sie fielen um eineinhalb Prozent und zählten zu den größten Verlierern im S-Dax. Die US-Börsen präsentierten sich wenig verändert. Der Dow Jones verharrte bei 27 691 Punkten.

© SZ vom 12.11.2019 / rih, Reuters, dpa
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