Aktienmärkte Brexit verunsichert Anleger

Die Ungewissheit über den Ausgang der Brexit-Verhandlungen hält viele Anleger von Aktienkäufen ab. Chip- und Autowerte stehen unter Verkaufsdruck.

Aus Unsicherheit über die weiteren Brexit-Verhandlungen und der Furcht vor einer weltweiten Konjunkturdelle haben die Anleger am Donnerstag nur sehr vorsichtig agiert. Der Dax beendete den Handel mit leichten Verlusten bei 10 919 Punkten. "Zwar sieht alles danach aus, dass der Brexit verschoben wird und nicht ungeordnet vonstatten geht", sagte Analystin Jane Foley von der Rabobank. "Jedoch gibt es bisher nichts Konkretes und Investoren fehlt noch das Vertrauen, dass es auch wirklich nicht zu einem chaotischen EU-Ausstieg Großbritanniens kommt." Auf die Laune der Anleger drückte auch die Sorge vor einer Abschwächung der chinesischen Wirtschaft. Die dortige Notenbank pumpte erneut frisches Geld in die Märkte.

Ein zu erwartender deutliche Umsatzeinbruch beim weltgrößten Chipauftragsfertiger TSMC beunruhigte die Anleger im Chipsektor. Die Aktien von Infineon fielen im Dax um 2,3 Prozent, Siltronic-Papiere führten mit minus 5,7 Prozent die M-Dax-Verlierer an. Verkauft wurden auch Auto-Aktien. Volkswagen- und Daimler-Titel verloren 1,4 und 1,8 Prozent, BMW-Papiere gaben 0,4 Prozent nach. Händler verwiesen auf Aussagen von US-Senator Charles Grassley, wonach US-Präsident Donald Trump nach wie vor Zölle erwäge für Fahrzeuge, die in die USA importiert werden. Mit einem Plus von 6,6 Prozent war das Metro-Papier der Top-Favorit im M-Dax. Die Erlös-Kennziffern des Handelskonzerns kamen gut an. So konnte Metro im wichtigen, aber zuletzt stark schwächelnden Russlandgeschäft den Abschwung bremsen. Verkaufsempfehlungen für Pro SiebenSat 1 und RTL setzten die Titel beider Medienkonzerne unter Druck. Sie sackten jeweils um mehr als fünf Prozent ab. Der sich beschleunigende Trend hin zu Online-Video-Angeboten belaste das Werbegeschäft der klassischen TV-Anbieter, schrieb Analyst Adrien de Saint Hilaire. Medienberichte, wonach die US-Regierung erwägt, die Einfuhrzölle gegen China aufzuheben, trieben kurzzeitig die Kurse an der Wall Street deutlich nach oben. Der Dow Jones legte in einem sonst zähen Handel um bis zu ein Prozent zu. Zum Schluss notierte der US-Leitindex noch 0,7 Prozent höher. Deutliche Verluste von 4,5 Prozent erlitt die Aktie von Morgan Stanley. Das Geldhaus verzeichnete Einbußen im wichtigen Handel mit festverzinslichen Wertpapieren.