Aktienmärkte Anleger bleiben vorsichtig

Viele Investoren halten sich am Donnerstag mit Aktienkäufen zurück. Für Unsicherheit sorgen die Brexit-Verhandlungen. Aber auch die Haushaltspolitik Italiens und der Handelskonflikt lassen die Neverosität unter den Anlegern anhalten.

Viele Investoren an den europäischen Börsen haben sich am Donnerstag angesichts der Unklarheiten über den EU-Austritt Großbritanniens zurückgehalten. Der Dax schloss 0,5 Prozent im Minus bei 11 354 Punkten. Das britische Kabinett hatte zwar dem EU-Ausstiegsvertrag zugestimmt, doch legten mehrere Regierungsmitglieder daraufhin ihre Ämter nieder. Andere Belastungsfaktoren für die Börsen wie der Haushaltsstreit zwischen Italien und der EU sowie der Handelskonflikt existierten ebenfalls noch weiter, sagten die Analysten der Helaba.

Aus Branchensicht standen Autoaktien unter Druck. Die Titel von Volkswagen, Daimler, BMW und Continental rutschten um 0,6 bis 2,4 Prozent ab und gehörten zu den schwächsten Dax-Werten. Die Regierung in Peking will die beim Autokauf anfallenden Steuern von zehn Prozent doch nicht auf fünf Prozent reduzieren. Dies war ursprünglich einmal im Gespräch, um den schwächelnden Automarkt in der Volksrepublik anzukurbeln. Zudem fielen die Oktober-Neuzulassungen in den EU-Ländern im Vergleich zum Vorjahresmonat um 7,3 Prozent. Nach der Vorlage von Quartalszahlen legten die Aktien von Henkel um 0,4 Prozent zu. Bei Umsatz und operativem Gewinn legte der Konsumgüterhersteller weiter zu. Henkel lag damit im Rahmen der Markterwartungen. Die Düsseldorfer bekräftigten zudem ihre Jahresprognose.

Der trockene Sommer hat dem Dünger- und Salzkonzern K+S das dritte Quartal verdorben. Das Niedrigwasser in der Werra und die damit verbundenen Entsorgungsprobleme kosteten den M-Dax-Konzern viel Geld. K+S senkte erneut seine Jahresziele. Die Aktien gaben um 1,3 Prozent nach.

Im S-Dax zählten die Sixt-Aktien mit einem Plus von 4,4 Prozent zu den Top-Favoriten. Der Autovermieter hat nach neun Monaten bereits den Gewinn des gesamten Vorjahres übertroffen. Sixt kündigte für das Gesamtjahr einen Gewinnsprung von mindestens 15 Prozent an.

Die US-Börsen verzeichneten Kursgewinne. Der Dow Jones legte um 0,8 Prozent auf 25 289 Punkte zu. Unter den Einzelwerten zählten Cisco-Papiere mit einem Kursplus von mehr als fünf Prozent zu den Favoriten. Der Netzwerkausrüster verdiente im abgelaufenen Quartal überraschend viel.